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In der dritten Ausgabe des Jahres 2005 präsentieren Ihnen die zeitenblicke weitere Beiträge zur Geschichte des Adels in der Vormoderne. Wie im ersten Teil der Doppelausgabe sind die Aufsätze in thematischen Sektionen zusammengefasst. Alle Texte sind aus aktuellen Forschungsarbeiten hervorgegangen – ob es sich um klassische Untersuchungsfelder wie den Adel im höfischen Umfeld handelt (Keller) oder um bislang eher vernachlässigte Themen wie den medizinischen Praktiken im Rahmen der Prinzenerziehung (Kollbach). Neue Zusammenhänge werden auch mit der konfessionell bestimmten Klientelpolitik ausgelotet, wie sie Wolfgang Neugebauer für die Reichsgrafen von Sayn-Wittgenstein nachzeichnet. Während das vorgestellte Forschungs- und Ausstellungsprojekt zur nordwestdeutschen Adelslandschaft (Düselder / Sommerfeld) einen Blick in die Werkstatt der Adelsforschung bietet, untermauert Jeroen Duindam die Ergebnisse seiner bisherigen Forschungen zu den Höfen in Wien und Versailles durch umfassendes Material. Auf seine in Bälde zu erwartende Habilitationsschrift verweist der Beitrag von Michael Sikora. Wie sehr das Thema adliger Mesalliancen in der Frühen Neuzeit momentan in der Diskussion steht, zeigt neben seinem Beitrag besonders auch die Studie von Ute Küppers-Braun.

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Hingewiesen sei noch auf die zwei einleitenden Beiträge, die anders als die Fallstudien einen generalisierenden Anspruch erheben und die Adelsforschung in eine weite historische Perspektive einordnen. So thematisiert Ewald Frie die für den Adel schwierige Phase um 1800 und die hier vorgenommenen Weichenstellungen, deren Auswirkungen bis weit in die Moderne hinein spürbar sind. Walter Demels Beitrag zeichnet ein noch weiter gefasster zeitlicher Horizont aus, vor allem aber ein komparatistischer Blickwinkel, der in kühnem Zugriff adlige oder besser adelsähnliche Verhältnisse unter anderem der russischen, japanischen und indischen Kultur einzubeziehen vermag.

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Neben der Vogelschauperspektive steht die Betrachtung der Verhältnisse "vor Ort": So ist auch das Rheinland durch das Interview mit einem Vertreter des rheinischen Adels in dieser Ausgabe vertreten, die hoffentlich auf ähnlich positive Resonanz wie der erste Teil der Adels-Doppelausgabe stößt.

Das Herausgeberteam

Köln, im November 2005

Empfohlene Zitierweise:

Gudrun Gersmann / Michael Kaiser : Editorial , in: zeitenblicke 4 (2005), Nr. 3, [13.12.2005], URL: http://www.zeitenblicke.de/2005/3/Editorial/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-2518

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