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1. Adel

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"Jeder weiß, was mit Adel gemeint ist, solange er kein Buch darüber schreiben muss. Dann beginnen die Probleme der genauen Definition" [1]. Mit diesen Sätzen eröffnet Dominic Lieven seine vergleichende Studie zum europäischen Adel des 19. Jahrhunderts. Nun waren definitorische Unsicherheiten ein treuer Begleiter des Adels. Die Grenzen sozialer Exklusivität verschwammen in der Praxis der ständischen Gesellschaft Wer dazugehörte und wer nicht, war immer wieder Gegenstand von Auseinandersetzungen. In der geschichtswissenschaftlichen Draufsicht aber haben sich die Definitionsprobleme ungleichmäßig über die geschichtswissenschaftlichen Epochengrenzen hinweg entwickelt.

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Historiker, die das vormoderne Europa im Blick haben, wissen genauer, was Adel ist. Im Deutschen bezeichnet Adel, so Werner Conze und Christian Meier in den Geschichtlichen Grundbegriffen, "die durch Vorrang der Rechte und Pflichten vor dem Volk, zunächst den Bauern, vom Hochmittelalter an auch der Stadtbürger, hervorgehobene Herrenschicht, deren Stand erblich und demgemäß stets darauf gerichtet war, sich durch geschlossenes Konnubium vom Volk abzuschließen." [2] Ähnlich formuliert Rudolf Endres in seiner Überblicksdarstellung "Adel in der Frühen Neuzeit". "Adel", so heißt es hier, "bezeichnet in den traditionellen Verbänden die aufgrund von Geburt, Besitz oder Leistung sozial wie politisch privilegierte Führungsschicht, einen Stand, eine Klasse oder Kaste mit gruppenspezifischem Ethos und mit besonderen charakteristischen Lebensformen und Lebensnormen. Hauptsächliches Kennzeichen des Adels ist seine soziale Exklusivität gegenüber untergeordneten Bevölkerungsgruppen und Schichten, seine kastenartige Abgeschlossenheit, vor allem auch in genealogischer Hinsicht." [3] Nach diesen Definitionen stellte der Adel die durch Erblichkeit sich rekrutierende und sich legitimierende Herrenschicht in der vormodernen Gesellschaft dar. Die Gesellschaften West- und Mitteleuropas waren vor 1800 im Hinblick auf Herrschaft, soziale und kulturelle Dominanz Adelsgesellschaften. "Nobles dominated most early modern societies as much by their wealth as by the social esteem they enjoyed." [4]

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Die Klarheit der Definition schwindet freilich, sobald die Grenze zum 19. Jahrhundert überschritten wird. Wesensmerkmale frühmoderner Adelsdefinitionen – Herrenschicht in traditionellen Verbänden – greifen nun nicht mehr. An ihre Stelle tritt kein vergleichbar klares definitorisches Element. In einschlägigen Werken spiegelt sich diese Schwierigkeit wider. Während Rudolf Endres seine Überblicksdarstellung mit der oben zitierten Definition eröffnen kann, thematisiert Heinz Reif im Folgeband "Adel im 19. und 20. Jahrhundert" einleitend die Vielfalt des deutschen Adels und seine Erscheinungsformen, ohne eine Definition zu versuchen. Dominic Lieven beginnt sein Buch über den europäischen Adel 1815-1914 mit dem eingangs zitierten Stoßseufzer. Er weicht dann wie Reif auf die Erscheinungsformen aus, um zum Schluss nicht so sehr den Adel zu definieren als vielmehr die Zielgruppe seines Buches zu umschreiben. "Um Umständlichkeiten und unnötige Wortklaubereien zu vermeiden, werde ich diese gesamte Oberschicht als ‚Aristokratie’ oder ‚Adel’ bezeichnen."  [5]

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Die Probleme, die die neuere und neueste Geschichte mit der Adelsdefinition hat, ergeben sich daraus, dass der Adel als Adel in der nachständischen Gesellschaft keinen Ort mehr hatte. Das war ein Sonderproblem, das andere Stände nicht teilten. Mit der französischen Revolution hatte sich das Bürgertum zum allgemeinen Stand erklärt. Bürgerliche Zukunftsvisionen des ausgehenden 18. Jahrhunderts gingen von der allmählichen Verallgemeinerung bürgerlicher Lebensweisen aus. Die einzelnen Stände innerhalb des Bürgertums – Handwerker, Kaufleute etc. – konnten sich allmählich aus zünftischen Bindungen lösen, um sich in die Richtung von Erwerbsberufen zu entwickeln. Auch der geistliche Stand wurde zum Beruf. Dabei wurden protestantische Pfarrer zu "Bürgern besonderer Art" [6], während katholische Geistliche, dem bürgerlichen Alltag durch den Zölibat enthoben, zu kritischen Beobachtern des bürgerlichen Lebens wurden [7]. Die Situation der unterbürgerlichen Schichten um 1800 hat Jürgen Kocka in einem Buchtitel mit "Weder Stand noch Klasse" [8] umschrieben, davon ausgehend, dass die ständische Gesellschaft ihre Bindungskraft seit dem 18. Jahrhundert verloren, die Klassengesellschaft ihre Bindungswirkung aber noch nicht entfaltet hatte. Immerhin aber ließ sich der Weg der Unterschichten als Weg in die – wie fragil auch immer ausgebildete – Arbeiterklasse bereits absehen.

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Adel aber konnte man nicht lernen. Adlig war man. Adel war kein Beruf, und konnte auch keiner werden. Die Führungspositionen der durch Erblichkeit sich legitimierenden und sich kontinuierenden Herrenschicht mussten in der bürgerlichen Ordnung zu Berufsrollen werden: Offizier, hoher Beamter, Bischof, Politiker etc. Der Zugang zu ihnen konnte nicht mehr von Geburtsvorrechten abhängig gemacht werden. Vom Stand zur Elite verlief tendenziell der Weg. Doch diese Elite konnte nicht mehr adlig im Sinne der frühneuzeitlichen Definition sein, konnte keine von Geburt abhängigen Zugangsbeschränkungen mehr aufweisen. So zerfiel allmählich der Adelsstand, ohne dass eine Folgeberufsrolle sich entwickelte. Freilich, auch wenn der Stand seine Konturen verlor, blieben die Adeligen. Auch wenn adlige Vorrechte trotz zähen Widerstandes im 19. Jahrhundert abgebaut wurde, bis die Weimarer Verfassung den hohen wie den niederen Adel auf einen reinen Namensbestandteil reduzierte, blieben der adlige Name, das sich als adlig verstehende Individuum, die adlige Familie, das adlige Geschlecht erhalten. Diese aber definitorisch zu beschreiben, erwies sich mit dem Vordringen der bürgerlichen Gesellschaft als immer schwieriger.

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Seitdem die Adelsgeschichte in den 1990er-Jahren mehr ins Zentrum der historischen Forschung gerückt ist, sind verschiedene Lösungswege für dieses Problem vorgeschlagen worden. Der erste besteht darin, an die Stelle einer Definition ein geglaubtes Leitbild, eine Essenz, einen Habitus, eine Modellfigur zu setzen. Der Adel als "Meister der Sichtbarkeit" (Heinz Reif), so das im Hintergrund stehende Argument, kann nicht durch seinen Durchschnitt, seinen Umfang, seine Masse angemessen beschrieben werden, sondern durch seine hervorragendsten Vertreter bzw. durch das sie leitende Ideal. Der Adel lebte von diesen Modellen, war gedanklich auf sie ausgerichtet. Gerhard Dilcher und Otto Gerhard Oexle haben 1990 versucht, ausgehend von der Frühen Neuzeit, aber im Blick auf die Veränderungen des 19. Jahrhunderts den historisch relativ stabilen Kern, bzw. die mentalitätsprägenden Handlungsräume des Adels zu erfassen [9]. Heinz Reif hat "Adeligkeit" als Analogon zur "Bürgerlichkeit", einer in der florierenden Bürgertumsforschung viel diskutierten Idee, ins Gespräch gebracht. Silke Marburg und Josef Matzerath haben den Weg "vom Stand zu Erinnerungsgruppe" zu skizzieren versucht.

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Um den amorphen Gegenstand greifen zu können, haben viele Autoren, und darin besteht der zweite, eher pragmatische Lösungsweg, von dem Ziel Abstand genommen, den Adel als Gesamtgruppe oder einen repräsentativen Querschnitt zu untersuchen. Bearbeitet werden vielmehr ausgewählte Personen, Institutionen oder genau beschreibbare Gruppen. Es gibt Biographien, Familiengeschichten, Darstellungen von einschlägigen Vereinen, Verbänden und Genossenschaften, Untersuchungen adeliger Landbesitzer etc. [10]

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Beide Lösungswege bergen die Gefahr der Überinterpretation und der Abblendung, und dies um so mehr, als im 19. Jahrhundert das politisch, rechtlich und sozial Einigende des Adels mit dem Abbau von Adelsstand und Adelsvorrechten immer mehr verloren ging. Infolgedessen wird es erstens immer schwieriger, das Ideal bzw. Modell bzw. die gegriffene Person/Gruppe/Institution im Hinblick auf ihr Verhältnis zum Adel insgesamt zu beschreiben. Zweitens wird es immer schwieriger, die Adelsgruppen im Blick zu behalten, die sich von dem Ideal bzw. der gewählten Person/Gruppe/Institution weit entfernt haben. Schon seit dem 18. Jahrhundert ist aber sichtbar, dass die vom Adelsideal sich absetzenden, vor allem die armen bzw. verarmenden Adeligen die Adelsgeschichte wesentlich prägen. Sie trugen die "Adelsrestauration" im Frankreich des ausgehenden Ancien Régime. Sie sind auch die zweifelhaften "Helden" in Stephan Malinowskis Untersuchung über "soziale[n] Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat" [11].

2. Um 1800

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Angesichts des unauflöslichen definitorischen Dilemmas mag es hilfreich sein, die Zeit um 1800, die Zeit des Umbruchs "von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft" [12] genauer in den Blick zu nehmen. Das Grundmuster des Wandels kann mithilfe eines kurzen Ausflugs zu Niklas Luhmann beschrieben werden. Die Zeit um 1800 muss nach seiner Ansicht "im genauen systemtheoretischen Sinne eine evolutionäre ‘Katastrophe’ (oder besser vielleicht ‘Anastrophe’) gewesen sein, also die Umsetzung auf ein anderes Prinzip der Systemstabilität" [13]. Das Gesellschaftssystem änderte die Grundlage seiner Erhaltung und Fortführung. Es stellte sich von stratifikatorischer auf funktionale Differenzierung um. Nicht mehr die Schichtung (Adel, Bürgertum, Bauern etc.), sondern die Funktion (Politik, Wirtschaft, Religion, Kunst etc.) bildete das Grundmuster der gesellschaftlichen Operationsweise. Diese Anastrophe - bei der nicht das unterste zuoberst (kata-strophe) gekehrt, sondern gewissermaßen eine Seitwärtswendung (ana-strophe) vollzogen wurde - konnten die Zeitgenossen spüren, aber nicht begreifen. Dass etwas Neues sich in neuer Weise ereignete, zeigte sich an der allmählichen Umwandlung älterer und der Prägung neuer Begriffe. In den "Geschichtlichen Grundbegriffen" ist an vielen Beispielen dargestellt worden, wie Sprache, wie Begriffe, durch Erfahrung und Reflektion vorangetrieben, den Weg in die moderne Welt festhalten wollten [14]. Doch das reichte nicht hin, um sich im Wandel angemessen zu orientieren. Die Anastrophe war unvorhersehbar, unwahrscheinlich und im Rahmen der vorhandenen Begrifflichkeit unbeschreiblich.

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Für den Adel bedeutete die "anastrophe" das Ende der Existenz als Herrenschicht. An die Stelle eines universal führenden Standes mussten tendenziell funktional ausgerichtete Eliten treten. Das war ein langer Prozess. Doch er beschleunigte sich um 1800 unter dem Eindruck von politischen Revolutionen und Reformen, von Krieg, von ökonomischen Krisen und sozialen Auf- und Abstiegen dramatisch. Die Geltungskraft ständischen Strukturen verminderte sich fühlbar, sichtbar. Doch neue Formationen waren noch nicht absehbar. Lucian Hölscher hat, von der politisch-kulturellen Antikenrezeption ausgehend, eine vielleicht verallgemeinerbare Beobachtung gemacht: "Die Französische Revolution [bildete] … so etwas wie einen Moment des Übergangs, in dem die Scheidung zwischen alt und neu zwar evident, aber die Perspektive der zukünftigen Veränderung noch undeutlich war. Im Zentrum des revolutionären Umbruchs stehend, zeichnen sich deshalb die Zukunftsperspektiven dieses Zeitalters der ‚Klassik’ durch eine eigentümliche Zeitlosigkeit aus." [15]

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Im Adel wie im gehobenen Bürgertum waren die den ständischen Bindungen enthobenen Jahrzehnte um 1800 eine Zeit individueller Selbstvergewisserung, ja auch Selbstverwirklichung. Für einen Moment schien es, als könne nun der Einzelne jenseits bisheriger ständischer Bindungen seinen Platz selbst bestimmen. "Der Übergang [wurde] als Befreiung erlebt", eine "Hochsemantik des ‘Subjekts’" entstand [16]. Alles wurde, so Joseph von Eichendorff, "auf die subjektive Eigenmacht gestellt", und es kam nun "darauf an, diese Eigenmacht auch wirklich zu einer Weltkraft zu entwickeln" [17] Historisch ist dies verschiedentlich gezeigt worden: an der kurzen Blütezeit der Autobiographie als literarischer Gattung, an den Kommunikations- und Heiratskreisen des westfälischen Adels, an den Lebensgewohnheiten des Hamburger Bürgertums [18].

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Weil die ständischen Strukturen zergingen, alles in der Schwebe schien, der Einzelne unbegrenzte Möglichkeitsräume vor sich zu sehen glaubte, sind die Jahre um 1800 eine Zeit nicht nur literarischer Blüte, sondern auch politischer Experimente, Reformen und Modelle gewesen. Es gab eine ganze Reihe von Adelsreformkonzepten in dieser Zeit [19], wie auch eine Reihe von Bürgerlichkeits- und Bürgertumskonzepten. Beide waren aber in Perspektive und Zielsetzung grundsätzlich unterschiedlich. Die Bürgerlichkeitskonzepte zielten auf eine zukünftige nachständische Gesellschaft, mochte sie in Weiterentwicklung stadtbürgerlicher Ideale als "klassenlose Bürgergesellschaft" oder als vom Staat gehaltene "bürgerliche Gesellschaft" gedacht sein [20]. Die Adelskonzepte hingegen wollten eine neuständische staatsbezogene Elite mit den Kräften der Vergangenheit verbinden. In Deutschland wurde das napoleonische Adelskonzept aufmerksam beobachtet, das, auch französische Traditionen des Ancien Régime verarbeitend, durch Verschmelzung von altem Adel und revolutionären Eliten eine staatstragenden Klasse schaffen wollte. Am deutlichsten ist Bayern diesem Vorbild gefolgt, während Preußen auf eine tiefgreifende Adelsreform verzichtet hat [21]. Freilich hat sich auch Preußen bei der Neuorganisation des Staates vom Adel als Institution entfernt. Im Militär fiel die adelige Offizierdomäne. In den Provinziallandtagen der 1820er-Jahre wurde der erste Stand nicht mehr durch Adelsqualifikation, sondern durch langjährigen ländlichen Grundbesitz erworben. Nach wie vor waren natürlich Adelige in den Landtagen wie im Militär dominant. Aber sie verloren ihr Monopol und waren vor bürgerlicher bzw. bäuerlicher Konkurrenz nicht mehr gefeit.

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Nach dem Ende Napoleons ist Adelsreform als Teil einer Staatsreform mit immer weniger Nachdruck betrieben worden. Das Thema verlagerte sich allmählich in den Adel selbst hinein, wurde zu einer Frage der Erhaltung und Zukunftsorientierung des Adels, nicht des Staates. Letzterer baute die Adelsvorrechte sukzessive ab. Damit aber verlor die Adelsreformdebatte ihre gesamtgesellschaftliche Relevanz. Denn während Bürgertumskonzeptionen immer die Gesamtgesellschaft im Blick haben mussten, weil die Bürgertumsidee mit Offenheit und Mobilität eng verschwistert war, ging es bei Adelskonzepten regelmäßig um Sicherung des Staates vor dem sozialen Wandel durch eine mobilitätsenthobene Elite, durch ihre Stabilität und soziale Schließung. Das ließ sich im Aufbruch des 19. Jahrhunderts zwar noch als Familien-, Vereins- oder Sozietätsmodell, nicht aber mehr als Gesellschaftsmodell verwerten. In Randbereichen behielt die Idee, durch eine adelsähnliche Elite Konstanz in einen nachständischen Staat zu bringen, allerdings noch lange eine gewisse Attraktivität. So ist in den außereuropäischen englischen Siedlerkolonien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Vorstellungen einer ländlichen Aristokratie gespielt, sind entsprechende Selbstverwaltungs- bzw. Verfassungsmodelle entworfen worden [22].

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War für den Adel als Stand die Zeit um 1800 eine Umbruchphase, in der die Vergangenheit als abgelebt und die Zukunft als unberechenbar erschien, so galt dies für die einzelnen Adelsfamilien erst recht. Freilich waren die Schicksale so unterschiedlich – abhängig von territorialer Zugehörigkeit, Adelsqualität, Verwicklung in die Kriege etc. –, dass generelle Aussagen kaum möglich sind. Hier helfen nur regionale, ja lokale und familienbezogene Untersuchungen weiter. Für Brandenburg ist gezeigt worden, dass die Jahre bis 1830 für den Landadel wirklich schwierig waren [23]. Dabei ist noch gar nicht eingerechnet, welche Bedeutung neben den Reformen, den direkten Kriegseinwirkungen sowie den agrarökonomischen Krisen die demographischen Verluste hatten. Das Schicksal der einzelnen Adelsfamilien hing von der Kontinuität im Mannesstamm ab. Das war in vormodernen Zeiten von hoher Kindersterblichkeit und insgesamt hohen Mortalitätsraten ohnehin ein Problem. Zusätzliche Kriegstode konnten da verheerend wirken. Ein weiterer, schwer zu berechnender Effekt ist die Entwicklung der "deference", der Ehrerbietung, die dem Adel im Allgemeinen und dem lokalen Herren im Besonderen entgegengebracht wurde. Sie konnte in Zeiten raschen Wandels und kriegerischer Misserfolge rasch schwinden. Auch hier hält die brandenburgische Geschichte pittoreske Beispiel bereit, etwa wenn das Regiment Gensd’armes nach der Niederlage gegen Napoleon dem Spott der Berliner verfiel oder wenn die Gutsbediensteten und Dorfbewohner von Friedersdorf bei Seelow sich weigerten, ihrem rabiat modernisierenden Gutsherrn von der Marwitz beim Löschen seiner brennenden Wirtschaftsgebäude zu helfen [24].

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Die Jahre zwischen der ersten und der zweiten Französischen Revolution lassen sich auch im Hinblick auf die Adelsgeschichte als "Laboratorium vor der Moderne" beschreiben. Die ständische Zeit war vorüber. Im Politischen und Großen, im alltäglichen und Kleinen und im Familiären und Persönlichen zergingen die Sicherheiten der vergangenen Epoche, ohne dass neue Regelwerke von allgemeiner Gültigkeit sich schon abgezeichnet hätten.

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Von dieser experimentellen Phase sind die Jahre nach 1830 deutlich abzugrenzen. Vielen Adeligen gelang es nun, sich in den neuen Systemen von Politik oder Agrarökonomie an führender Stelle zu positionieren. Nach der Jahrhundertmitte nahmen die Anstrengungen zu, durch Selbstorganisation die bröckelnde staatliche Rahmung zu ersetzen. Adelsverbände entstanden, dann auch Familienverbände und Einungen. Gleichzeitig finden wir homogenere Adelsbilder, Adelsmythen, die Heroen der Vergangenheit zum Vorbild für die flache Gegenwart und bürgerlich unfeine Zukunft stilisierten. Durch politischen und wirtschaftlichen Erfolg, Selbstorganisation und Vergangenheitspolitik etablierten sich Adelsfamilien in der bürgerlichen Gesellschaft als Elite. An der Industrialisierung, die im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts entscheidend an Fahrt gewann, hatten sie freilich kaum Anteil. Allmählich wurden sie daher vom Reichtum der Bürgerlichen übertroffen, Aber auch das wussten sie in Selbstbild und Vergangenheitsbetrachtung zu integrieren [25]. Viele Adelsfamilien sind so über das 19. Jahrhundert hinweg erstaunlich erfolgreich gewesen.

3. Oben bleiben?

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Von der Beobachtung dieses Erfolges ausgehend hat Rudolf Braun als "Kernfrage" der Geschichte des Adels im 19. Jahrhundert bezeichnet: "Welches sind die Bereiche, Medien und Strategien, um nach oben zu kommen und oben zu bleiben?"  [26] Die Frage hatte in der deutschen Soziologie eine lange Tradition. In der pointierten Zusammenfassung von Rudolf Braun erwies sie sich als leicht eingängig. Sie hat die Debatte in den 1990er-Jahren wesentlich mitbestimmt. Doch die oft ohne die differenzierten Herleitungen und Ausführungen Brauns weitergetragene Frage steht vor dem Hintergrund des bisher Gesagten in der Gefahr, zu simplifizieren, den Bruch um 1800 zu verdecken. Wo ist eigentlich oben? Bei den Reichen, bei den Schönen, oder bei den Mächtigen? Und wer will da hin? Der Adel insgesamt? Verschiedene Adelsfamilien? Einzelne Adelige? Welche? Und welche nicht? Die knappe Frage Brauns hält – wieder typisch für die Perspektive des 19. Jahrhunderts – die Definition der Akteure im Dunkeln und stellt den grundsätzlichen Wandel der Gesellschaftsstruktur im Begriff "oben" still. Beides aber sind die Kernprobleme der Adelsgeschichte des 19. Jahrhunderts.

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Der Kampf ums Oben Bleiben war für den Adel des 19. Jahrhunderts, wie auch Rudolf Braun in Anlehnung an M. Rainer Lepsius festhält, keine neue Erfahrung. Wandel war schon vor 1800 die Regel. In der frühneuzeitlichen Adelsgesellschaft gab es spektakuläre Aufstiege wie Abstiege. Schnell wechselten die Familien, die in der Nähe des Herrschers waren. Schnell änderten sich auch regionale und lokale Machtkonstellationen. Niemand, der oben war, konnte sicher sein, oben zu bleiben. Zu flüchtig war die Gunst des Herrn, zu unsicher war die Weitergabe von Macht, Eigentum und Einfluss an die nächste Generation, zu unberechenbar waren die Geschicke der Politik und des Krieges. Adelsfamilien mussten daher schon vor 1800 miteinander um die Gunst des Herrschers, um Macht, Einfluss, Privilegien, Reichtum kämpfen und sie mussten versuchen, das Gewonnene vor den Konkurrenten und vor der Zeit zu schützen. Die Bereiche, Medien und Strategien ihre Kämpfe wechselten. Doch das Verlangen, "nach oben zu kommen und oben zu bleiben", war konstant. Gert Kollmer hat 1983 mit der Familie Palm ein besonders eindrucksvolles Beispiel präsentiert: ein Zweig einer Esslinger Bürgerfamilie wuchs im 18. Jahrhundert in den Reichsfürstenstand hinein, um dann an überhöhten Schulden und fehlender Nachkommenschaft zu scheitern [27]. Im Falle Brandenburg-Preußens bewahrt schon eine genaue Lektüre der Fontaneschen Wanderungen vor der Annahme allzu großer Kontinuität. Wenn Fontane die Schlösser und Herrenhäuser vorstellt, fällt der Wandel der Besitzer, der Untergang von Geschlechtern und das Entstehen neuer Linien, ins Auge. Deshalb auch waren Adelige und Adelsfamilien bestrebt, frisch gewonnene Positionen zu sichern und über die Unwägbarkeiten der Zeit zu bewahren. Auch die adelige Memoria kann als ein Instrument zur Verstetigung des Vergänglichen verstanden werden [28]. Das war ein ehrgeiziges Ziel. Und nicht immer wurde es erreicht. Adelige kamen und gingen, der Adel blieb.

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Was sich um 1800 änderte, war nicht der Kampf ums Oben bleiben. Es änderten sich die Regeln des Kampfes, die Spielfelder, und die Kämpfer. Daher die verwirrenden Jahre 1790-1830, als alles im Fluss und nichts sicher schien, und die Akteure versuchten, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Der Erfolg von Adelsfamilien im weiteren 19. Jahrhundert hing – neben den Unwägbarkeiten der Genealogie, der Kriege und der Politik – erstens davon ab, wie groß ihr unter anderen Voraussetzungen erworbener, nun aber unter neuen Regeln dennoch wichtiger Vorsprung im Sinne bürgerlicher Eigentums- und Machtvorstellungen war, und zweitens davon , ob sie willens und fähig waren, die neuen Spielfelder, Regeln und Akteure zu akzeptieren. Süd- und südwestdeutsche Standesherren haben ihre Macht bis in das 20. Jahrhundert bewahren können, weil sie so reich waren, dass sie bürgerliche Verdrängungskonkurrenz nicht fürchten mussten. Ostelbische Landadelige haben im 19. Jahrhundert trotz ihrer vergleichweisen Dürftigkeit an Macht gewonnen, weil sie bereits im 18. Jahrhundert funktionale Tüchtigkeit in Heer und Verwaltung eingeübt hatten, die sie nun in "bürgerliche" Berufsrollen umsetzen konnten. Außerdem kam die bürgerliche Konkurrenz in der städtearmen Region spät. Vielleicht war für ostelbische Adelige und ihre Familien der Kampf ums Oben Bleiben im 19. Jahrhundert erfolgversprechender und auch einfacher als in den Jahrhunderten zuvor. Zwar verblasste der Adelsstand. Doch Adelige blieben oben.

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Wo aber war oben? Im 19. Jahrhundert war mehr "Oben". Und "Oben" war an viel mehr Orten. Weil die Gesellschaft vorrangig funktional sich organisierte, entstanden eigenlogische Systeme in Religion, Politik, Verwaltung, Militär etc. Der bürokratische Ausbau der Staatlichkeit, der Kirchen, des Militärs, der Jurisprudenz, der Wissenschaft, der Sozialsysteme schuf viele "Obens" auch jenseits der zur Agrarökonomie umdefinierten adeligen Domäne des Landes. Im Militär wurden die Offizierstellen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland so stark ausgebaut, dass der Adel den Offiziernachwuchs nicht mehr liefern konnte. In allen neuen Systemen konnten Adelige um die Führungspositionen kämpfen, und sie besaßen in diesem Kampf durch familiäre Verbindungen, die anerzogene Art, sich zu geben, die Reste von "deference" und oft auch durch materiellen Wohlstand gute Voraussetzungen. Freilich, die neuen Chancen hatten auch ihre Nachteile. Sie verlangten Qualifikation, Ausbildung, Einpassung, Zurichtung. Sie führten zu militär-, verwaltungs-, politik-, agrarwirtschaftstypischen Sozialisationen und Verhaltensweisen. Zwischen Militär-, Beamten-, Landadelsfamilien wuchs der Abstand. Zwischen jeder einzelnen Gruppe und den bürgerlichen Funktionsgenossen verringerte er sich. Was war das Gemeinsame des Adels?

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Die mythenstiftende, gemeinschaftsgebärende Kraft des 19. Jahrhunderts ist oft beschrieben worden. Der Nationalismus konnte breite Wirksamkeit entfalten. Konfessionskirchen sind als wirkliche alltagsfromme Gemeinschaften neu entstanden. Der Adel hat an diesen gemeinschaftsstiftenden Entwicklungen durchaus Anteil gehabt. Als ständische Herrenschicht war er durch regionale, im vielfältig territorial aufgesplitterten Deutschland sogar lokale Herrschaftsbildungen geprägt worden. Die deutsche Nationalstaatsbildung und die daraus resultierenden Nationalisierungseffekte in Verwaltung, und Heer haben auch im Adel deregionalisierende Effekte gehabt. Darüber hinaus aber hat der Adel im 19. Jahrhundert neue Mythen entwickelt, die in Adelssozietäten und Familienverbänden gepflegt wurden. An die Seite und allmählich an die Stelle ständischer Sonderung trat der Glaube an adelige Gemeinschaftswerte. Die eingangs präsentierten Lösungswege für das definitorische Dilemma der Adelsgeschichte des 19. Jahrhunderts haben hier ihren historischen Ort. "Adeligkeit" wurde um so stärker, je mehr der Adel als rechtliche Sonderqualität verblasste, und je mehr die Adeligen an der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft in ihren Berufsrollen teil hatten.

4. Adel?

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Eine solche Betrachtung des Adels ruft die These von Panajotis Kondylis in Erinnerung, wonach der alte Adel im frühen 19. Jahrhundert mit dem Konservativismus untergegangen sei. [29] In den Worten Stefan Breuers: Der Konservativismus war "sozial an den alteuropäischen Adel gebunden, weltanschaulich an das Modell der societas civilis, einer Konfiguration, die auf der Differenz von Polis und Oikos, von politischer und häuslicher Gemeinschaft einerseits, der Einheit von bürgerlicher und politischer Gesellschaft andererseits beruhte und darin das genaue Gegenbild zur modernen Gesellschaft war. Mit der Auflösung dieses Sozialtyps in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlor der Konservatismus seinen geschichtlich-gesellschaftlichen Gehalt; und wenn er auch danach als Selbst- und Fremdbezeichnung mitnichten verschwand, so stand er doch zunehmend für eine Gestalt, die die Grundstrukturen der Moderne - die Trennung von Staat und Gesellschaft, die Nationalisierung und Ökonomisierung der Politik und den Glauben an die Machbarkeit des Rechts - auf der ganzen Linie akzeptiert hatte, mit anderen Worten; zu einer Form des Liberalismus geworden war." [30]

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Macht es also nach 1830, als sich die Fronten geklärt und die bürgerliche Gesellschaft sich durchgesetzt hatte, noch Sinn, von "Adel" zu sprechen? Handelt es sich nicht nur noch um Varianten des Bürgertums, so weit entfernt vom Adel der Frühen Neuzeit, dass eine Verwendung des dort eingebürgerten Begriffs nur zu Verwechslungen führt? Ist somit das definitorische Dilemma, das sich in den Schriften von Reif und Lieven zeigte, am Ende das Abbild einer historischen Realität, in der es Adeligkeit und Adel nur noch als Selbstbeschreibung der Überlebenden des Untergangs des Adelsstandes gibt?

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Mir scheint es sinnvoller, im Sinne der "Geschichtlichen Grundbegriffe" den Begriffswandel ernst zunehmen, anstatt ihn über definitorische Festlegungen abzuwürgen. Adel existiert, so lange es Menschen gibt, die sich als adlig bezeichnen. Freilich liegt diesem Adel, weil in dem Laboratorium vor der Moderne kein tragfähiges Adelsrezept mehr entwickelt worden ist – und in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts wohl auch keines entwickelt werden konnte –, keine sozialhistorisch abbildbare soziale Realität mehr zugrunde. Adel wurde allmählich zur Selbstbeschreibung, zur Metapher. Wer "oben bleiben" wollte, musste Realitäten akzeptieren, die den Adel der Jahrhunderte vor der Sattelzeit sprengten.

Autor:

HD Dr. Ewald Frie
Universität Essen
Fachbereich 1
Fachgruppe Geschichte
45117 Essen
ewald.frie@uni-essen.de



[1] Dominic Lieven: Abschied von Macht und Würden. Der europäische Adel 1815-1914, Frankfurt/M. 1995, 9.

[2] Werner Conze, Christian Meier: Art. "Adel, Aristokratie", in: Otto Brunner, Werner Conze u. Reinhart Koselleck (Hg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Bd. 1, Stuttgart 1972, 1-48, hier 1.

[3] Rudolf Endres: Adel in der Frühen Neuzeit (EDG 18), München 1993, 1.

[4] Jonathan Dewald: The European Nobility 1400-1800, Cambridge 1996, 61.

[5] Dominic Lieven: Abschied von Macht und Würden. Der europäische Adel 1815-1914, Frankfurt/M. 1995, 9 u. 12.

[6] Oliver Janz: Bürger besonderer Art. Evangelische Pfarrer in Preußen 1850-1914, Berlin / New York 1994.

[7] Vgl. Ewald Frie: Im Laboratorium vor der Moderne. Kirchen und Religiosität um 1800, in: Gisela Weiß u. Gerd Dethlefs (Hg.): "Zerbrochen sind die Fesseln des Schlendrians". Westfalens Aufbruch in die Moderne, Münster 2002, 260-285.

[8] Jürgen Kocka: Weder Stand noch Klasse. Unterschichten um 1800, Bonn 1990.

[9] Vgl. ihre Aufsätze in Hans-Ulrich Wehler (Hg.): Europäischer Adel 1750-1950 (= GG Sonderheft 13), Göttingen 1990.

[10] Kurzer Forschungsüberblick bei Eckart Conze u. Monika Wienfort: Themen und Perspektiven historischer Adelsforschung zum 19. und 20. Jahrhundert, in: Dies. (Hg.): Adel und Moderne. Deutschland im europäischen Vergleich im 19. und 20. Jahrhundert, Köln u.a. 2004, 1-16; Eckart Conze: Deutscher Adel im 20. Jahrhundert. Forschungsperspektiven eines zeithistorischen Feldes, in: Günther Schulz u. Markus A. Denzel (Hg.): Deutscher Adel im 19. und 20. Jahrhundert (= Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit 26), St. Katharinen 2004, 17-34.

[11] Stephan Malinowski: Vom König zum Führer. Sozialer Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat, Berlin 2003.

[12] Lothar Gall: Von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft (= EDG 25), München 1993.

[13] Niklas Luhmann: Die Tücke des Subjekts und die Frage nach dem Menschen, in: Peter Fuchs u. Andreas Göbel (Hg.): Der Mensch - das Medium der Gesellschaft?, Frankfurt/M. 1994, 40-56, hier 47.

[14] Vgl. Otto Brunner, Werner Conze u. Reinhart Koselleck: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, 8 Bde., Stuttgart 1972-1997.

[15] Lucian Hölscher: Die Entdeckung der Zukunft, Frankfurt/M. 1999, 68.

[16] Niklas Luhmann: Individuum, Individualität, Individualismus, in: Ders.: Gesellschaftsstruktur und Semantik. Studien zur Wissenssoziologie der modernen Gesellschaft, Bd. 3, Frankfurt/M. 1989, 149-258, hier 208 u. 211.

[17] Joseph von Eichendorff: Der Adel und die Revolution, in: Ders.: Ausgewählte Werke, Bd. 4, hg. v. Hans A. Neunzig, München 1987, 341-366, hier 358-359.

[18] Vgl. Günter Niggl (Hg.): Die Autobiographie. Zu Form und Geschichte einer literarischen Gattung (= Wege der Forschung 565), Darmstadt 1989; Anne-Charlott Trepp: Sanfte Männlichkeit und selbständige Weiblichkeit. Frauen und Männer im Hamburger Bürgertum zwischen 1770 und 1840 (= Veröff. d. Max-Planck-Instituts f. Geschichte), Göttingen 1996; Heinz Reif: Väterliche Gewalt und ‘kindliche Narrheit’. Familienkonflikte im katholischen Adel Westfalens vor der Französischen Revolution, in: Ders. (Hg.): Die Familie in der Geschichte, Göttingen 1982, 82-113; Ewald Frie: Vom Umgang mit dem Unwahrscheinlichen. Brandenburgischer Adel, preußische Reformen und deutsche Historiographie, in: Frank Becker (Hg.): Geschichte und Systemtheorie. Exemplarische Fallstudien, Frankfurt/M. / New York 2004, 226-245.

[19] Vgl. Heinz Reif: Adelserneuerung und Adelsreform in Deutschland 1815-1874, in: Elisabeth Fehrenbach (Hg.): Adel und Bürgertum in Deutschland 1770-1848, München 1994, 203-230.

[20] Vgl. Lothar Gall: Von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft (= EDG 25), München 1993, 23-28.

[21] Vgl. Ewald Frie: Adel und bürgerliche Werte, in: Hans-Werner Hahn u. Dieter Hein (Hg.): Bürgerliche Werte um 1800. Entwurf – Vermittlung – Rezeption, Köln u.a. [im Druck].

[22] Vgl. Robert Ross: The Rise of the Cape Gentry, in: Journal of Southern African Studies 9 (1983), 193-217; Stuart Macintyre: A Concise History of Australia, Cambridge 1999, 92-95.

[23] René Schiller: Vom Rittergut zum Großgrundbesitz. Ökonomische und soziale Transformationsprozesse der ländlichen Eliten in Brandenburg im 19. Jahrhundert (Elitenwandel in der Moderne 3), Berlin 2003.

[24] Vgl. Ewald Frie: Gewalt und ihre Grenzen. Mikrohistorische Beobachtungen in Brandenburg-Preußen 1790-1830, in: Frank Becker u.a. (Hg.): Politische Gewalt in der Moderne. Festschrift für Hans-Ulrich Thamer, Münster 2003, 37-55.

[25] Marcus Funck / Stephan Malinowski, Geschichte von oben. Autobiographien als Quelle einer Sozial- und Kulturgeschichte des deutschen Adels in Kaiserreich und Weimarer Republik, in: Historische Anthropologie 7, 1999, 236-270; Dies., "Charakter ist alles!" Erziehungsideale und Erziehungspraktiken in deutschen Adelsfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts, in: Jahrbuch für historische Bildungsforschung 6, 2000, 71-91.

[26] Rudolf Braun: Konzeptionelle Bemerkungen zum Obenbleiben, in: Hans-Ulrich Wehler (Hg.): Europäischer Adel 1750-1950 (= GG-Sonderh. 13), Göttingen 1990, 87-95.

[27] Gert Kollmer: Die Familie Palm. Soziale Mobilität in ständischer Gesellschaft (= Beiträge zur südwestdeutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte 1), Ostfildern 1983.

[28] Vgl. Mark Hengerer (Hg.): Macht, Medien, Memoria. Bestattung europäischer Oberschichten zwischen politischem und medialem Wandel in der Frühen Neuzeit, Konstanz [im Druck].

[29] Vgl. Panajotis Kondylis: Konservativismus. Geschichtlicher Gehalt und Untergang, Stuttgart 1986.

[30] Stefan Breuer: Der Staat. Entstehung, Typen, Organisationsstadien, Reinbek 1998, 202.

Empfohlene Zitierweise:

Ewald Frie : Adel um 1800. Oben bleiben? , in: zeitenblicke 4 (2005), Nr. 3, [13.12.2005], URL: http://www.zeitenblicke.de/2005/3/Frie/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-2457

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