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Den Begriff 'Europa' betrachte ich, insbesondere im Hinblick auf die geistige Kultur, als historisches und nicht als geografisches Konzept; in diesem Sinne interpretiere ich auch das Thema 'Nationale Identitäten – Internationale Avantgarden'. Unter 'Avantgarde' verstehe ich dabei eine Wechselbeziehung von künstlerischen Tendenzen und neuen, revolutionären sozialen und politischen Ideen: Die Avantgarden greifen die Kunst als Institution an und entwickeln anti-institutionelle Strategien; dabei wird das Bild nicht mehr als mimetische Leistung, sondern eher als Konstruktion aufgefasst. [1] Der Versuch, den Einfluss der avantgardistischen Tendenzen der Kunststadt München auf die Künstler anderer Länder zu charakterisieren, betrifft daher vor allem jene Professoren in der Akademie der Bildenden Künste, die sich über den traditionellen, oft steifen und schematischen akademischen Rahmen hinwegsetzten, um so den jungen Künstlern aus dem Ausland ein Vorbild der künstlerischen Haltung und Erneuerung zu werden.

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Allerdings muss man angesichts der Wechselbeziehung zwischen der bulgarischen und der deutschen Kunst zunächst feststellen, dass keine Akademiestadt - sei es München, Berlin, Leipzig, Frankfurt oder Dresden - einen erkennbaren oder gar singulären Vorrang vor den anderen hatte. In der bulgarischen Kunstwissenschaft wurde vielmehr schon mehrfach die These lanciert, dass die europäische Erfahrung der meisten bulgarischen Künstler in den letzten Jahrzehnten des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eher eine synergetische Kombination verschiedenartiger Einflüsse war, die hauptsächlich von Frankreich, Deutschland, Italien und Russland herrührten. Am Schaffen der bulgarischen Modernisten, die den authentischsten Eindruck einer avantgardistischen Haltung in den 1920er-Jahren liefern, lässt sich das besonders deutlich erkennen. [2]

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So finden sich kaum Beispiele für bulgarische Maler, die speziell nur bei einem ausländischen Künstler oder nur von den künstlerischen Spitzenleistungen eines einzigen Landes gelernt hätten. Persönlichkeiten, derer Interesse sich auf den Rahmen des Heimischen begrenzt, sondern darüber hinausgeht, sind kosmopolitisch und dialogorientiert. Eine solche Haltung kann auf das historische Schicksal der Bulgaren zurückgeführt werden, das im Laufe der Jahrhunderte im Hinblick auf den Balkan und Europa durch ein unverwechselbares Gemisch von Nationalem und Internationalem, Lokalem und Globalem geprägt wurde. So stellte Andrey Protitch schon 1907 fest: "Ist von dem Einfluss ausländischer Meister auf die bulgarischen Künstler die Rede, so muss hinzugefügt werden, dass es sich in den meisten Fällen um eine nur kurzfristige Wirkung handelte. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat verwarfen die bulgarischen Künstler allmählich die Sklaverei fremder Einflüsse, was ihnen auch ziemlich leicht fiel, denn in Bulgarien gibt es – wenn überhaupt, nur wenige Meisterwerke von großen europäischen Künstlern." [3] Und im Vorwort zum Katalog der Sammlung von Georgi Litschev – dieser ersten Veröffentlichung einer Privatsammlung in Bulgarien lag die Idee zugrunde, eine nationale Kunstgalerie zu schaffen – schrieb Nikola Mavrodinov 1934: "Wir sind das einzige Volk in Europa, das keine Gemäldegalerie hat. Wir kennen selbst die besten Werke unserer Künstler nicht und können sie nirgendwo sehen [...] Die künstlerische Kultur eignet man sich an, indem man die Kunstwerke bedeutender Künstler betrachtet und Kunstgalerien und -museen besucht, die es in unserem Land nicht gibt." [4] In diesem Zusammenhang sei auch Irina Genova zitiert: "In der reichen Palette an Spielarten des Modernismus bis hin zur Avantgarde überwindet die Kunst in Bulgarien (wie überhaupt im Balkan) zum einen die akademischen Forderungen nach klassischer Perspektive, Verteilung von Licht und Schatten und so weiter sowie das impressionistische Vorgehen, und zum anderen die Grenzen zwischen Kunst und Technik oder zwischen Kunst und politischer Haltung." [5]

Mehr als sechzig bulgarische Künstler in München

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Die uns bisher bekannten Daten betreffen mehr als sechzig bulgarische Künstler, die in der Zeit von den 1850er-Jahren bis in die 1940er-Jahre in München studiert oder sich dort weitergebildet haben (Anlage 1). [6] Es tauchen mehrere Fragen auf, die nicht eindeutig beantwortet werden können und deren nähere Erhellung in der bulgarischen Kunstwissenschaft noch bevorsteht. Aus diesem Grunde können wir momentan keine objektive Interpretation aller aufgelisteten Fragen bieten:

  • Wie lässt sich der deutsche Einfluss auf die bulgarische Kunst charakterisieren?

  • Liegen genug authentische dokumentarische und bildnerische Materialien und Daten über die Rezeption der bayerischen Kunst, der Atmosphäre an der Münchener Kunstakademie sowie anderer künstlerischen Kreise in der Kunststadt durch die bulgarischen Künstler vor, die uns berechtigen, von einem Einfluss Münchens auf die bulgarische Kunst als einem spezifischen und besonderen Einwirkungsfaktor zu reden?

  • Worin äußert sich Münchens Rolle auf die Entstehung und Entwicklung der bulgarischen Kunstinstitutionen (Akademie, Museen), auf die Entstehung und den soziokulturellen Einfluss bestimmter Künstlerkreise und -vereine sowie auf die von ihnen herausgegebenen Zeitschriften in Bulgarien, auf den Austausch von Ausstellungen mit anderen Ländern (und die Motive dafür)?

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Die Beziehung zwischen der Münchener Kunstakademie und den künstlerischen Prozessen in Osteuropa sowie der Balkanregion betrifft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich die Historienmalerei. Ihre philosophischen und ästhetischen Motive harmonierten mit der nationalpatriotischen Aufbruchstimmung und dem kulturellen Aufschwung in diesen Regionen. Die Genremalerei war die andere aktuelle Gattung im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, als die nationalen Befreiungskämpfe in den oben genannten Ländern erfolgreich beendet und die Sujets der vaterländischen Wirklichkeit zu einer Art Apotheose der nationalen Idee wurden.

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Der erste Künstler aus Bulgarien, der – nach dem Studium in Wien – nach München kam, war Nikolai Pavlovitsch (1835-1894). In der bulgarischen Kunst gilt er als eine außerordentliche Autorität, und ihm gebührt das enorme Verdienst, als erster die Gründung einer Kunstakademie in Sofia vorgeschlagen und den Kampf um die Umsetzung dieser Idee angeführt zu haben. Leider entstand die Akademie erst zwei Jahre nach seinem Tod. Um diese Zeit studierten in München Tschechen, Polen, Russen, Serben, Ukrainer und Vertreter vieler anderer Nationen. Zu Beginn des Studienjahres 1856/57 war Nikolai Pavlovitsch in der Klasse von Georg Hiltensperger und besuchte zugleich das Atelier des Akademiedirektors Wilhelm von Kaulbach – beide galten als Anhänger der nazarenischen Ästhetik und Schüler von Peter von Cornelius. Bald wechselte Pavlovitsch zu Professor Hermann Anschütz, der ebenfalls Historienmaler und ein Schüler von Peter von Cornelius war. Pavlovitsch wurde am 18. Oktober 1856 in das Matrikelbuch der Akademie in München unter der Nummer 1370 als Student der Antikenklasse eingeschrieben, nachdem er den Wunsch geäußert hatte, bei dem angesehensten Vertreter der Historienmalerei, Karl Theodor von Piloty, in die Lehre zu gehen. Im Sommersemester desselben Studienjahres kehrte Pavlovitsch jedoch in die Klasse von Professor Anschütz zurück. [7] Diese Daten sind nicht nur von chronologischem Interesse. Sie stützen vielmehr die am Anfang formulierte Hypothese von der künstlerischen Entwicklung der bulgarischen Maler: die Begabtesten unter ihnen bewegten sich nicht auf der Umlaufbahn einer bestimmten ästhetischen Stilrichtung oder künstlerischen Schule, sondern durchwanderten die verschiedenen Stil- und Schulrichtungen mit der Energie selbstständig denkender Persönlichkeiten; sie überdachten das Gelernte ihm Rahmen ihrer Sensibilität und der ihnen eigenen Ausdrucksmittel.

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In Bulgarien entstanden – ähnlich wie in anderen Balkanstaaten – Kunstausbildungsstätten und andere künstlerische Institutionen erst gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese Institutionalisierung gilt als eine große Errungenschaft und ein wesentliches Merkmal der Modernität. Der Wunsch nach einer dem Charakter nach europäischen Kunstausbildung war die Folge der allgemeinen Bestrebungen nach einer Europäisierung des jungen bürgerlichen Staates. 1879, nur ein Jahr nach der Befreiung Bulgariens von der türkischen Herrschaft, wurde das Parlament konstituiert, das die erste Verfassung verabschiedete, und es wurden diplomatische Beziehungen zu vielen Staaten aufgenommen. Im Bildungswesen initiierten die Behörden die Gründung von Hochschulen. So entstand 1896 die Staatliche Zeichenschule, wie die Kunstakademie anfangs hieß.

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In dieser Zeit studierten auch die tschechischen Maler Ivan Mrkvicka und Yaroslav Veshin in München; beide ließen sich später in Bulgarien nieder und wurden zu Begründern der bulgarischen Genremalerei. Neben den Bulgaren Anton Mitov, Sheko Spiridonov, Marin Vassilev und Ivan Angelov, die ebenfalls in München studiert hatten, gehörten sie zu den ersten Lehrkräften an der Staatlichen Zeichenschule. Man kann unterstellen, dass Lehrprogramm, Lehrplan und Unterricht in einem gewissen Grad unter Anlehnung an das 'Münchener Modell' der akademischen Ausbildung aufgebaut und organisiert waren. Daher war es kein Zufall, dass die ersten Absolventen der Kunsthochschule von Sofia im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts nach München gingen, um dort weiter zu studieren und sich zu spezialisieren. Das "Münchener Maß" prägte auch die Bemerkungen zur Geschmacksrichtung und den westlichen Strömungen, die der bulgarische Fürst Ferdinand konkret im Hinblick auf die Werke von Franz von Lenbach, Julius Diez, Bruno Paul und anderen Münchener Künstlern machte. Anlass für diese Bewertung boten zwei große Gemeinschaftsausstellungen 1903 in Sofia, die von der Gesellschaft zur Förderung der Kunst in Bulgarien und der Gesellschaft 'Zeitgenössische Kunst' veranstaltet wurden und die der Fürst besuchte.

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Die erste Ausstellungsbeteiligung bulgarischer Künstler fand im Oktober 1909 im Münchner Glaspalast statt. Dem Genremaler Yaroslav Veshin wurde dabei der zweite Preis für Malerei verliehen, und der Ausstellungsgestalter Haralampi Tatschev konnte während der Ausstellung Geschäftskontakte zu Münchener Firmen für Glas, Metall und künstlerische Materialien herstellen, die in den folgenden Jahrzehnten von anderen Bulgaren fortgesetzt wurden. Diese Ausstellung lässt sich mit einer anderen Münchener Veranstaltung desselben Jahres in Zusammenhang bringen, nämlich der großen Monet-Ausstellung, die einen umfassenden Überblick zu den Prinzipien des Impressionismus bot und Vergleiche zwischen den französischen und den deutschen Vertretern dieses Stils ermöglichte. Damals hielten sich die bulgarischen Malerinnen und Maler Nikola Michailov, Alexander Mutafov, Nikola Tanev, Jordan Kjuvliev, Boris Denev, Elena Karamichailova und Elissaveta Konssulova-Vasova in München auf. Es ist anzunehmen, dass "der Impressionismus über die Anschauungen und Betrachtungsweise der deutschen Künstler Max Liebermann, Christian Landenberger und Max Slevogt nach Bulgarien gekommen ist". [8]

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs

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Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verlief die künstlerische Entwicklung in Bulgarien besonders dynamisch. Die Bemühungen um eine 'moderne Ausdrucksweise' schwankten zwischen 'dem Eigenen/dem Unseren' und 'dem Universalen', das von Stileinflüssen des Konstruktivismus, Futurismus und Surrealismus geprägt war. Diese für das Europa der Nachkriegszeit aktuelle Suche hatte aber schließlich keinen maßgeblichen Einfluss auf die Situation in Bulgarien: Je ausgeprägter sich der Modernismus in den Werken und den Auffassungen der bulgarischen Künstler zeigte, desto marginaler war ihre Stellung, und ihre kreative Energie löste keine Nachahmungsversuche in weiteren künstlerischen Kreisen aus. Die Suche nach einer 'modernen Ausdrucksweise' überschritt kaum die Grenzen der angewandten Grafik (Umschlaggestaltung, Typografie, Illustration, Buchvignetten, Plakatkunst). Die schönen Künste – Malerei, Bildhauerei, Grafik – orientierten sich dagegen am Geschmack des Publikums, der Berufskollegen und der Kritiker. Sie blieben gewissen konservativen Elementen der Gesellschaft verhaftet, was eine eher zögerliche Entwicklung erklärt.

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In den 1920er-Jahren erschienen dann literarisch-künstlerische Zeitschriften, die sich das Ziel setzten, ihre Leser über jene künstlerischen Tendenzen im Ausland zu informieren, an denen sie sich selber orientierten. Sie waren die wichtigsten Schnittstellen, an denen modernistische Suche und angewandte Grafik zusammentrafen. Den einen Pol der modernistischen Tendenzen bildete die linke Presse, in der gemischte Einflüsse des Expressionismus und des Konstruktivismus in Deutschland, Frankreich und Russland beziehungsweise Sowjetunion zu entdecken waren. In dieser soziokulturellen Situation nach dem Kriegsende fiel die Idee einer Umgestaltung der Welt in der bulgarischen Kunst also auf keinen besonders fruchtbaren Boden. Man könnte die Besonderheiten im Auftreten der Avantgarde in Bulgarien und den benachbarten Balkanländern mit dem Fehlen einer negativen Energie und eines destruktiven Pathos erklären. Trotz gewisser anarchistischer Haltungen bei vielen bulgarischen Dichtern und Malern blieben die im Sinne der Avantgarde entstandenen Werke in dieser Atmosphäre nur kurze Zeit aktuell. [9]

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Einige in den letzten Jahren bekannt gewordenen Dokumente erhellen das Leben der bulgarischen Kolonie in München in den Jahren 1922 bis 1925. Dem Hausalbum von Ivan Penkov zufolge – er studierte von 1922 bis 1923 bei Adolf Hengeler und besuchte das Privatatelier von Max Mayrshofer – zeichnete sich München durch eine anregende, kreative Atmosphäre aus, welche die Bulgaren besonders ansprach. Denn hier trafen Tradition und Innovation aufeinander, ohne sich gegenseitig zu eliminieren, so dass sie sich in einem bemerkenswerten geistig-ästhetischen Gleichgewicht befanden. [10]

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Beim Versuch, die Rolle dieses europäischen Zentrums für das Studium der schönen Künste zu präzisieren, soll nun die Werkentwicklung einiger Maler dargestellt werden, die über längere Zeit mit München unmittelbar und eng verbunden waren. Ist es ein zufälliges Zusammentreffen der Umstände, dass alle drei Beispiele, die hier angeführt werden, sich auf die Porträtmalerei beziehen? Wohl kaum. Kennzeichnend für diese Maler ist nicht nur ihr Talent, vielmehr tragen sie das beste der wahrscheinlich genetischen Veranlagung und Begabung der bulgarischen Maler in sich (und die gibt es auch heute noch!), den einzigartigen Nuancenreichtum der geistigen Welt einer Persönlichkeit wiederzugeben und mit verblüffender Formkraft zu malen.

Nikola Michailov (1876-1960)

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Mit einigen Unterbrechungen lebte Nikola Michailov von 1910 bis 1960 in Deutschland, wo er als deutscher Staatsbürger starb. Er hielt sich zum ersten Mal in den Jahren 1897-1899 in München auf, als er bei Otto Seitz studierte und das Atelier von Heinrich Knirr besuchte. Zu seinen Lehrern gehörte auch Alexander von Wagner. Michailov gründete 1900 eine Privatschule in München. In der Zeit zwischen den Weltkriegen zählte er zu den gefragtesten und teuersten Salonporträtisten, sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern (Abb.1-6). Sein Atelier wurde zum Anziehungspunkt für Politiker und Damen der Berliner Gesellschaft, darunter Hindenburg, Hitler, Goebbels und seine Familie sowie Mussolini. Zwischen 1931 und 1941 stellte er seine Werke in Hamburg, Berlin, Leipzig, Chemnitz, Dortmund, München und Stuttgart aus. In dieser Zeit veranstaltete er auch drei Ausstellungen in Sofia und nahm an der Gemeinschaftsausstellung bulgarischer Künstler in Deutschland im Jahr 1941 teil. [11]

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 4

Abb. 5

Abb. 6

Kiril Zonev (1896-1961)

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Wie für viele andere bulgarische Künstler waren auch für Kiril Zonev die Hauptanziehungspunkte die Kunstakademien in Wien und München, die die europäische Kultur, die modernistische Suche und das europäische Gedankengut verkörperten. Nach einem zweijährigem Studium bei Professor Zeno Todorov in Sofia und dem Studium in Wien (1920-1921) ging er nach München, wo er von 1921 bis 1922 Schüler von Hugo von Habermann und Karl Caspar war, der zu den Repräsentanten des deutschen Expressionismus in den 1920er-Jahren zählte. Zonev belegte außerdem Maltechnik, Konservierung und Restaurierung bei Max Doerner. Er blieb bis 1925 an der Akademie. In demselben Jahr besuchte er Spanien, und nach seiner Rückkehr nach München zeigte er seinen spanischen Bilderzyklus auf einer Ausstellung in Brakls Kunsthaus; die Eröffnung fand am 1. Juni 1925 statt. Die Jahre von 1925 bis 1929 werden als die 'Münchener Periode' in seiner künstlerischen Laufbahn bezeichnet. In dieser Zeit organisierte er acht Ausstellungen, wobei er unter anderem in den Prestigegalerien 'Brakl' und 'Caspari' ausstellte. In einem Brief teilte er seinem Freund und Malerkollegen Assen Vassiliev mit, dass auf der Titelseite der Zeitschrift 'Jugend' (Mai 1925) die Reproduktion eines Werkes von ihm erscheinen würde.

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In den 1920er-Jahren entwickelte sich in Deutschland die Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit. Kiril Zonev stand in direktem Kontakt mit den Münchner Vertretern dieser Stilbewegung, Alexander Kanoldt und Georg Schrimpf, wie auch mit Künstlerkollegen in anderen deutschen Städten, und schloss sich der klassizistischen Richtung der Neuen Sachlichkeit an, indem er sich ihre Ausdrucksmittel und zum Teil auch ihre Sujets und ihren Themenkreis zu eigen machte. Er war in der Gesellschaft 'Jury frei' aktiv (1925-1929) und wurde zum Vorstandsmitglied gewählt. Im Sommer 1928 wurde eine Gruppe junger Künstler bei der Gesellschaft ins Leben gerufen. In seiner Autobiographie schrieb Zonev: "Die Münchener Gesellschaft Jury frei, die sich für die damals so genannte Neue Sachlichkeit einsetzte, war in München in der Zeit der Weimarer Republik die fortgeschrittenste Vereinigung, und Hitler löste sie 1933 auf, wobei 48 Mitgliedern verboten wurde, den Künstlerberuf auszuüben. Ich musste innerhalb einer bestimmten Frist Deutschland verlassen." [12]

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Im August 1929 reiste der Maler nach Berlin, wo er ein Jahr lang arbeitete. Nach einer Auslandsreise und einem längeren Aufenthalt in Mexiko und Kuba (1930-1932), kehrte er wieder nach Deutschland zurück. Im Fall Kiril Zonev geht es um einen Maler, der am künstlerischen Leben in München und Berlin direkt teilnahm, sich in die geistigen und künstlerischen Entwicklungsprozesse in Deutschland integrierte und seinen eigenen Beitrag zur Neuen Sachlichkeit leistete.

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Als Zonev 1933 seine Werke in Sofia ausstellte, wurde sein Stil als fremd und unvereinbar mit den Vorstellungen und Anschauungen des bulgarischen Publikums interpretiert. In den Rezensionen von Sirak Skitnik, George Papasov und anderen wurde er als "Fremder" beziehungsweise "Ausländer" bezeichnet; seine plastische Sprache habe er sich – so die Kritiker – unter einem anderen Himmel und in einer anderen Klimazone angeeignet. Das machte ihn aber zum Vorreiter einer neuen Haltung, die später von vielen 'neuen Künstlern' akzeptiert und etabliert wurde, die in den 1930er-Jahren im Mittelpunkt der bulgarischen Kunst standen. In Deutschland wurde Kiril Zonevs Kunst gut aufgenommen, insbesondere seine Porträts (er erhielt oft Privataufträge), und er etablierte sich als einer der besten bulgarischen Maler in Deutschland seiner Zeit (Abb.7-13). [13]

Abb. 7

Abb. 8

Abb. 9

Abb. 10

Abb. 11

Abb. 12

Abb. 13

Konstantin (Kotscho) Garnev (1894-1966)

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Nach dem Abschluss der Kunstgewerbeschule in Sofia studierte Garnev von 1924 bis 1930 Malerei an der Münchener Kunstakademie, wo er Schüler von Hermann Groeber und Franz von Stuck war. Nach dem Studium durchreiste er ganz Europa und den Nahen Osten, ließ sich dann aber in München nieder. In den 1930er-Jahren hatte sich Garnev bereits einen Namen als Künstler gemacht. Er nahm an Gemeinschaftsausstellungen teil, hatte Einzelausstellungen in Sofia (1934) und München (1940) und wirkte bei verschiedenen Projekten mit. Er war im wahrsten Sinne des Wortes eine lebendige Verbindung zwischen den Kulturen Bulgariens und Deutschlands: in der bulgarischen Presse erschienen seine Publikationen zu künstlerischen Fragen, und in München war er Gastgeber aller bulgarischen Künstler, gleichgültig, aus welchem Anlass sie die Stadt besuchten.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die meisten Bilder von Garnev vernichtet wurden, blieb der Maler in München, wo er bis zu seinem Tod in Schwabing lebte. Als Mitglied der 'Neuen Münchener Künstlergenossenschaft' nahm er jedes Jahr an der grossen Ausstellung im Haus der Kunst teil, er war Gründungsmitglied des 'Schutzverbands Bildender Künstler' (1948) und gehörte zu den Begründern der 'Pavillon Gruppe' (1950). Er wirkte bei vielen Künstlerinitiativen und Aktivitäten mit, im Malura Zentrum und der Galerie Malura wie auch in der Künstlervereinigung 'Seerosenkreis', der Vertreter aller Kunstarten angehörten. In Bulgarien sind nur wenige Werke Garnevs erhalten, die zu den Beständen der Staatlichen Kunstsammlungen gehören; sechzehn repräsentative Gemälde werden in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München aufbewahrt, und der überwiegende Teil seines künstlerischen Erbes gehört Privatsammlern (zum Beispiel Dr. Kesler, Miesbach) [14] (Abb.14-20).

Abb. 14

Abb. 15

Abb. 16

Abb. 17

Abb. 18

Abb. 19

Abb. 20

In den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts

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In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die bulgarische Kultur in Deutschland fast ausnahmslos auf Initiative und mit der Unterstützung des Gastgeberlandes, am häufigsten unter Mitwirkung der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft repräsentiert. [15] Mit ihrer Hilfe veranstaltete die Bulgarische Zentrale Genossenschaftsbank 1933 die Ausstellung 'Heimatkunst in Bulgarien' in München. Ausgestellt wurden Erzeugnisse des Kunsthandwerks, Teppichweberei, Stickerei, Gold- und Silberschmiedekunst (Schmuckstücke), Holzschnitzerei und Töpferei. Ein Teil der wertvollen kunsthandwerklichen Exponate stammte aus deutschen Privatsammlungen, andere wurden von den bulgarischen staatlichen Banken, wieder andere von Museen zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung wurde durch Werke mit landestypischen Motiven berühmter bulgarischer Maler, eine Sammlung deutscher Schriften über Bulgarien sowie Schallplatten mit traditionellen bulgarischen Volksliedern ergänzt. Im Jahr 1939 wurde im Kaufhaus Witte in München eine weitere bulgarische Ausstellung mit Werken der Volkskunst veranstaltet.

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Zweifellos war die gemeinsame Wanderausstellung bulgarischer Künstler 1941 die eindrucksvollste künstlerische Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Aus den bisher bekannten Dokumenten wird ersichtlich, dass sie auf höchster staatlicher Ebene initiiert wurde, und die Einladung wurde über die Deutsch-Bulgarische Gesellschaft vermittelt. Auf Wunsch des bulgarischen Partners fand die Ausstellung 1941 statt, als das Kulturabkommen zwischen beiden Staaten schon unterzeichnet war. Die bulgarische Regierung übernahm die Schirmherrschaft für die Ausstellung, die von der Kunstakademie Sofia vorbereitet und organisiert wurde, zur Ausstellung erschien ein Katalog. Die Veranstaltung fand ein positives Echo in der deutschen Presse, und eine Künstlerdelegation aus Bulgarien besuchte aus diesem Anlass Deutschland.

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Der bulgarische Staat förderte über das Ministerium für Volksbildung alljährlich die Absolventen verschiedener Schulen, die im Ausland studieren oder sich fortbilden wollten, mit Stipendien. Die Studenten der Kunstakademie Sofia zeigten vor allem Interesse an einer Weiterbildung in Deutschland, Italien und Frankreich. In den 30er-Jahren bis in die frühen 40er-Jahre des 20. Jahrhunderts galt das Interesse der bulgarischen Künstler meistens der dekorativ-angewandten Kunst. Im Bereich der bildenden Kunst zeigten viele ein starkes Interesse an der Aneignung von Kenntnissen und Fähigkeiten in der Fachrichtung Maltechnik und Technologie. Zu diesen Studenten, die sich in Deutschland weiterbildeten, gehörten Ruska Popvassileva (Textil, München und Berlin), Georgi Kolarov (Keramik, München), Boris Kozev (Mosaik, Glasmalerei und Dekoration, München), Ivan Manev (dekorativ-angewandte Kunst, München), Karl Jordanov (Konservierung und Restaurierung/Fresken- und Tafelmalerei, München und Berlin), Georgi Bogdanov (Wandmalerei und Maltechnik, Berlin). In dem behandelten Zeitraum wurden Ausstellungen folgender Künstler in Deutschland organisiert: Nikola Michailov, Konstantin (Kotscho) Garnev, Boris Denev und Ivan Hristov, die alle in München arbeiteten; Nikola Tanev (lebte von 1920 bis 1923 in Deutschland; im Jahr 1922 fast die ganze Zeit in München), Vesselin Staikov, Stojan Vassilev und Bentscho Obreschkov.

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Meine Ausführungen über die Beziehung zwischen der bulgarischen Kunst und München schließe ich mit der Gewissheit ab, dass wir ziemlich viel über ihre interessante Geschichte wissen, und mit der Zuversicht, dass wir in der Zukunft noch mehr erfahren und erkennen werden, so dass wir ein neues Kapitel in der europäischen Kulturgeschichte verfassen können.

Literatur

Валентин Ангелов: Мюнхен и българското изобразителното изкуство. София 2001 (Valentin Angelov: München und die bulgarische bildende Kunst, Sofia 2001)

Деница Данчева: Един художник в чужбина – Константин Гърнев (1894-1966). Национална художествена академия. София. 1997 (Deniza Dantscheva: Ein Maler im Ausland. Konstantin Garnev (1894-1966), Nationale Kunstakademie. Sofia 1997)

Snegi Dobrianowa-Bauer: Auf den Spuren der Münchener Schule. Nicola Michailow und die Neue Bulgarische Malerei 1878-1944, Frankfurt am Main 1999

Ирина Генова / Татяна Димитрова / Genova: Изкуството в България през 1920-те години. Модернизъм и национална идея, София 2002 (Irina Genova / Tatjana Dimitrova: Die Kunst der 1920er-Jahre in Bulgarien. Der Modernismus und die nationale Idee, Sofia 2002)

Ирина Генова: Модернизми и модерност – (не)възможност за историзиране. Изкуство в България и художествен обмен с балканските страни, София 2004 (Irina Genova: Modernismen und Modernität – die (Un)Möglichkeit der Historisierung. Die Kunst in Bulgarien und der künstlerische Austausch mit den Balkanländern, Sofia 2004)

Милена Георгиева: Албумът на групата "Клепало” и българската колония в Мюнхен (1922-1923), В: сп. Проблеми на изкуството, кн. 3/2000, 33-44 (Milena Georgieva: Das Album der Läutebrett-Gruppe und die bulgarische Kolonie in München, in: Probleme der Kunst, Heft 3/2000, 33-44)

Ann Gibson: Avan-Garde. In: Robert S. Nelson and Richard Shiff (Hg.): Critical Terms for Art History. University of Chicago Press 1996, 156-169

Деница Киселер: Бележки за българското художествено присъствие в Германия между двете световни войни. В: сп. Проблеми на изкуството, 2001/4, с. 51-56 (Kisseler, Deniza: Notizen über die bulgarische künstlerische Präsenz in der Zwischenkriegszeit in Deutschland, in: Probleme der Kunst, 2001/4, 51-56)

Красимира Коева: Кирил Цонев. София 1996. (Koeva, Krassimira: Kiril Zonev. Sofia 1996)

Ружа Маринска: Гео Милев и българският модернизъм, София 2005 (Rusha Marinska: Geo Milev und der bulgarische Modernismus. Sofia 2005)

Никола Мавродинов: Сбирката Георги Личев, София 1934 (Nikola Mavrodinov: Die Sammlung von Georgi Litschev, Sofia 1934)

Ирина Михалчева: Основни идейно-художествени насоки в българската живопис 1900-1918. С., 1977 (Irina Michaltscheva: Kunstideologische Hauptrichtungen in der bulgarischen Malerei 1900-1918, Sofia 1977)

Andrey Protitch: Fine Art in Bulgaria – The Balkan States Exhibition, Earl`s Court 1907

Германската рецепция в художествените институции и официалната културна политика в България през 30-те и началото на 40-те години на 20 век. В: сп. Паметници, реставрация, музеи, 2004/4, с. 36-41 (Verfasser unbekannt: Die deutsche Rezeption in den künstlerischen Institutionen und die offizielle Kulturpolitik in Bulgarien in den Dreißiger und zu Beginn der Vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts, in: Zschr. Denkmäler, Restaurierung, Museen, 2004/4, 36-41)

Кирил Цонев: Автобиография, С. 1969, т. ІІ (Kiril Zonev: Autobiographie, Sofia 1969, Bd. 2)

Abbildungen

Abb.1
Nikola Michailov, Damenbildnis (Ida Mugler?), 1907, Öl auf Leinwand, 70 x 70 cm, Tondo, verschollen

Abb. 2
Nikola Michailov, Ida mit Hund, 1912, Öl auf Leinwand, 178 x 124 cm, Privatbesitz in München

Abb. 3
Nikola Michailov, Die Opernsängerin O. Ratmirova, bekannt auch als "Traumverloren", 1914, Maße und Technik unbekannt, verschollen. Abb. auf Dresdner Künstler Karten

Abb. 4
Nikola Michailov, Olly (mit Smaragdohrringen), 1929, Maße und Technik unbekannt, Abb. in: „Elegante Welt“, Berlin, 12.11.1937, auch in: „New York Herald“, 14.10.1929, Nachlass des Malers.

Abb. 5
Nikola Michailov, Bildnis von Friederich Wilhelm von Hase, 1943, Öl auf Spanplatte, 64 x 52 cm, Mannheim, Prof. Friederich Wilhelm von Hase.

Abb. 6
Nikola Michailov, Olga, 1950, Öl auf Spanplatte, 60 x 55 cm, im Nachlaß des Malers.

Abb. 7
Kiril Zonev, Akt, 1933, Öl auf Leinwand, 100 x 90 cm, Nationale Kunstgalerie in Sofia, Inv. Nr. III-722.

Abb. 8
Kiril Zonev, Selbstbildnis, 1925, Maße und Technik unbekannt, verschollen, Reproduktion auf der Rückseite einer Karte mit Text von Braungart anlässlich einer Ausstellung des Malers in Brakls Kunsthaus München, 1. Juni 1925.

Abb. 9
Kiril Zonev, Porträt der deutschen Philosophin E. St., 1928, Öl auf Leinwand, 99 x 74,5 cm, Nationale Kunstgalerie in Sofia, Inv. Nr. III-714.

Abb. 10
Kiril Zonev, Eliezer Alschech (bekannter bulgarischer Künstler – Anm. d. V.), 1928, Öl auf Leinwand, 54 x 39 cm, Nationale Kunstgalerie in Sofia, Inv. Nr. III-2225.

Abb. 11
Kiril Zonev, Das Mädchen von den Fjorden, 1929, Öl auf Leinwand, 54 x 39,5 cm, Nationale Kunstgalerie in Sofia, Inv. Nr. III-2223.

Abb. 12
Kiril Zonev, Professor Julius Hüther, 1929, Öl auf Leinwand, 99 x 74 cm, Nationale Kunstgalerie in Sofia, Inv. Nr. III-2224.

Abb. 13
Kiril Zonev, Mädchen in grün, 1929, Öl auf Leinwand, 98,5 x 74 cm, Städtische Kunstgalerie Sofia, Inv. Nr. I-4.

Abb. 14
Konstantin (Kotscho) Garnev, Akt, 1950, Öl auf Leinwand, 45 x 58 cm, Privatbesitz in Österreich.

Abb. 15
Konstantin (Kotscho) Garnev, Die Rauchende, um 1955, Tempera auf Papier, verschollen

Abb. 16
Konstantin (Kotscho) Garnev, Die Laute Spielende, 1957, Öl auf Leinwand, 70 x 50 cm, Privatbesitz in Ay.

Abb. 17
Konstantin (Kotscho) Garnev, Knabe mit Gitarre, späte 1950er bis frühe 1960er-Jahre, Aquarell auf Papier, 29 x 21 cm, Privatbesitz in Sofia.

Abb.18
Konstantin (Kotscho) Garnev, Reiter, späte 1950er bis frühe 1960er-Jahre, Aquarell auf Papier, 20 x 25 cm, Privatbesitz in München.

Abb. 19
Konstantin (Kotscho) Garnev, Selbstporträt mit Flöte, 1961, Aquarell auf Papier, 10,5 x 15,5 cm, Künstler-Postkarte, Privatbesitz in Sofia.

Abb. 20
Konstantin (Kotscho) Garnev, Inge Hauns, 1963, Öl auf Leinwand, 48 x 41 cm, Privatbesitz in Heilbronn.

Anhang

Register der bulgarischen Künstler, die zwischen 1856 und 1943 in München studiert oder gearbeitet haben

Vor- und Nachname

Jahre des Studiums oder des Aufenthalts

Professoren, bei denen sie studierten oder mit denen sie in Kontakt standen

1. NIKOLAI PAVLOVICH
(1830-1894)

1856-1858

Johann Georg Hiltensperger, Hermann Anschütz, Karl Theodor von Piloty

2. HENRIK DEMBITSKY
(1830-1906)

1850er-Jahre

3. ANTONI PIOTROVSKY (1853-1924)

1875-1876

Wilhelm von Lindenschmit d. J.

4. IVAN MRKVICKA
(1856-1938)

1876-1877

Otto Seitz

5. YAROSLAV VESHIN
(1860-1915)

1881-1883; bis 1897 in München

Otto Seitz, Kontakte mit Josef Brandt

6. IVAN ANGELOV
(1864-1924)

1882-1886

Karl Theodor von Piloty

7. MARIN VASSILEV
(1867-1931)

1891; 1892-1894

Sirius Eberle

8. SHEKO SPIRIDONOV
(1867-1945)

1892; blieb bis 1898 in München

Sirius Eberle

9. KONSTANTIN ANGELOV

1892

Johann Caspar Herterich

10. REIMUND ULRICH
(1853-1924)

1893

Gabriel von Hackl

11. HRISTO STANTSCHEV
(1870-1950)

1894-1896

Wilhelm von Lindenschmit d. J., Kontakte mit Franz Defregger

12. ATANAS KIFALOV

1895

Otto Seitz

13. HRISTO KASANDSHIEV

1896

Karl Raupp

14. IVAN SLAVOV
(1876-1936)

1902

15. GEORGI EVSTATIEV
(1875-1923)

1908

16. ANETA HOLDINA
(geb. 1880)

1903-1905

17. NIKOLA MICHAILOV
(1876-1960)

1897-1899, 1900 Gründung einer Privatschule in München

Otto Seitz; Atelier von Heinrich Knirr

18. V. ANTONOV
(1853-1924)

1897

Alexander von Liezen-Mayer

19. MARIN GEORGIEV-USTAGENOV
(1872-1937)

1899-1900

Privatschulen

20. ELENA KARAMICHAILOVA
(1875-1961)

1900-1910

Privatschulen, einschl. Atelier von Christian Landenberger

21. ALEXANDER BOSHINOV
(1878-1968)

1902-1904

Privatschulen und Ateliers

22. ALEXANDER MUTAFOV
(1879-1957)

1902-1903

Ludwig von Löfftz

23. ALEXANDER MILENKOV
(1882-1971)

1902-1904; 1905-1907

Ludwig Dill; Hans Fram

24. JULES PASCIN
(1885-1930)

1903-1905

Rudolf von Seitz (?)

25. PETAR MASSOLOV

1903

Otto Seitz

26. ALEXANDER ANDREEV
(1879-1971)

um 1903

Privatschulen

27. ASSEN BELKOVSKY
(1879-1957)

1905

Atelier von Heinrich Knirr

28. STEFAN EGAROV
(1882-1973)

1908

Carl von Marr

29. ELISSAVETA KONSSULOVA-VASOVA
(1881-1965)

1909-1910

Privatatelier von Heinrich Knirr, Kontakt mit Fritz von Uhde

30. SERGEY IVANOV
(1881-1967)

1905

Ludwig von Löfftz

31. GEORGI ATANASSOV
(1874-1951)

1909

Carl von Marr

32. BORIS DENEV
(1883-1969)

1910-1914, mit Unterbrechungen

Ludwig von Löfftz; Carl von Marr; Angelo Jank

33. BORIS GEORGIEV
(1888-1962)

1910

Peter von Halm; Angelo Jank

34. IVAN VASSILEV

1912

Karl Raupp

35. GEORGE (GEORGI) PAPASOV
(1894-1972)

1914; 1918-1923 mit Unterbrechungen

Privatschule von Hans Hofmann

36. S. DENTSCHEV

1917

Angelo Jank

37. IVAN LASAROV
(1889-1952)

1917-1918; zuerst in München, dann in Dresden

Hermann Hahn

38. MARA UTSCHKUNOVA –AUBÖCK
(geb. um 1895/1897)

um 1917

Privatateliers von Josef Wackerle und Hans Hofmann

39. KIRIL ZONEV
(1896-1961)

1921-1925; 1925-1929; 1931-1933 (freier Künstler)

Hugo von Habermann, Max Doerner

40. IVAN PENKOV
(1897-1957)

1922-1923

Adolf Hengeler; Privatatelier von Max Mayrshofer

41. JORDAN KRATSCHMAROV
(1895-1980)

1923-1925

Bernhard Bleeker, Erwin Kurz

42. DETSCHKO USUNOV
(1899-1986)

1922-1923

Carl von Marr

43. MASCHA SHIVKOVA-USUNOVA
(1903-1986)

1923-1925

Hugo von Habermann; Privatateliers

44. KONSTANTIN (KOTSCHO) GARNEV
(1894-1966)

1924-1925; lebte und arbeitete in München bis zu seinem Tod.

Hermann Groeber, Franz von Stuck

45. ILIYA PETROV
(1903-1975)

1926-1928

Privatatelier von Heinrich Mann

46. EVDOKIYA PETEVA-FILOVA
(1901-1973)

1926, nach dem Studium der Kunstgeschichte in Würzburg

Anfangs in München, dann auch in Paris

47. IVAN HRISTOV
(1900-1987)

1926-1927

48. ELIEZER ALSCHECH
(1908-1983)

1928-1933

Karl Caspar, Adolf Schinnerer

49. RUSKA POPVASSILEVA
(1910-1995)

1939-1940

50. KARL JORDANOV
(1905-1976)

1939-1940

51. GEORGI KOLAROV
(1909-1996)

1939-1941

Richard Klein (zwei Semester)

52. BORIS KOZEV
(1908-1959)

1940-1941

Josef Hildebrandt (1. Semester), Richard Klein (2. Semester)

53. STEFAN MINEV
(1910-1988)

1941-1943; 1942-1943

Bei der Firma "F. Mayer"; im Atelier von Julius Hess

54. IVAN MANEV
(1910-1993)

1941-1942

Josef Oberberger

55. VIOLETA ANDREEVA
(1920)

1941-1943

Philosophische Fakultät der Universität München; Fachrichtung: Kunstgeschichte

Autorin

Dr. Vessela Christova-Radoeva
Ministry of Foreign Affairs
State Cultural Institute under the Minister of Foreign Affairs
2, Alexander Zhendov Str.
BG – 1040 Sofia
e-mail: vradoeva@mfa.government.bg
e-mail: verad@gbg.bg



[1] Vgl. Gibson 1996.

[2] Siehe Маринска (Marinska) 2005, 29.

[3] "Говорейки за влиянието на чуждите майстори върху българските художници, трябва да добавим, че в повечето случаи то е само краткотрайно. При завръщането си в своята страна българските художници постепенно отхвърлят робството на чуждото влияние и го правят толкова по-лесно, защото България има малко, ако изобщо има, шедьоври на големите европейски художници." Protitch 1907, 20.

[4] "Ние сме единственият народ в Европа, който няма картинна галерия. Не познаваме дори най-хубавите творби на нашите художници и няма где да ги видим [...] Художествената култура се придобива от съзерцаване творбите на големи художници, от посещаване на картинни галерии и художествени музеи, каквито няма у нас." Мавродинов (Mavrodinov) 1934, 3.

[5] "В широкия обхват на изяви от модернизъм към авангард изкуството в България (и на Балканите), от една страна, преодолява академичните изисквания за класическа перспектива, светлосянка и т.н., както и импресионистичния подход, а от друга, границите между изкуството и техниката или между изкуството и политическото поведение." Генова (Genova) 2004, 32.

[6] Siehe Регистър на българските художници – студенти или специализанти в Мюнхен (1856-1943). По: Ангелов 2001, 147-150 (Register der bulgarischen Künstler, die in München zwischen 1856 und 1943 studiert oder sich spezialisiert haben. Nach Angelov 2001, 147-150).

[7] Ангелов (Angelov) 2001, 30.

[8] "[...] импресионизмът прониква в България, минал през виждането на немските художници Макс Либерман, Християн Ланденбергер и Макс Слевогт." Михалчева (Michaltscheva) 1977, 19.

[9] Vgl. Генова (Genova) 2004, 20-21, 32-33; Генова / Татяна (Genova/Dimitrova) 2002, 23-27, 42-46.

[10] Siehe Георгиева (Georgieva) 2000, 35.

[11] Vgl. Dobrianowa-Bauer 1999.

[12] "Мюнхенското дружество "Жури фрай", застъпващо се за т.нар. навремето "нова предметност", бе най-прогресивното във Ваймаровия Мюнхен. През 1933 г. то бе закрито от Хитлер. На 48 души от членовете се забрани да упражняват професията на художници. А на мен ми беше даден срок да напусна Германия". Цонев (Zonev) 1969, 272.

[13] Vgl. Ангелов (Angelov) 2001, 107-112; Коева (Koeva) 1996, 19-45.

[14] Vgl. Данчева (Dantscheva) 1997.

[15] Vgl. Киселер (Kisseler) 2001. сп. Паметници, реставрация, музеи (Zeitschrift Denkmäler, Restaurierung, Museen), 2004/4, 36-41.

Empfohlene Zitierweise:

Vessela Christova-Radoeva : European Art – Common Routes and Area. Die Beziehungen zwischen München und der bulgarischen Kunst , in: zeitenblicke 5 (2006), Nr. 2, [19.09.2006], URL: http://www.zeitenblicke.de/2006/2/Christova/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-5626

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