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Die Archive der hochadeligen Familien unterscheiden sich bekanntlich von 'normalen' Familienarchiven dadurch, dass sie in untrennbarer Gemengelage privates Schriftgut ebenso wie das in Ausübung ihrer Herrschaftsrechte entstandene Verwaltungsschriftgut enthalten. Durch die Akkumulation verschiedenster, nur in der herrschaftlichen Spitze vereinigten Funktionen, Rechte und Besitzungen entstehen komplexe Strukturen mit einer sich zunehmend ausdifferenzierenden Schriftgutverwaltung und "vielzellige Archivkörper", die in ihren Entstehungs- und Wirkungszusammenhängen erfasst und in der Ordnung und Erschließung berücksichtigt werden müssen, um in der wissenschaftlichen Forschung sachgerecht genutzt und interpretiert werden zu können. Das gilt in besonderem Maße für das arenbergische Archiv.

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Bis zum Ende des Mittelalters befanden sich Kanzlei und Archiv, das heißt die Sammlung der Rechtstitel und der wichtigsten sonstigen Papiere, im Zentrum der arenbergischen Herrschaft in der Eifel, auf der Stammburg in Arenberg. Mit der Ausweitung der Herrschaften und Besitzungen in die (heutigen) Niederlande, Belgien und Frankreich und der Verlagerung der Handlungsschwerpunkte nach Westen seit dem 16. Jahrhundert differenzierte sich notwendigerweise die Schriftgutverwaltung. Sie blieb bis ins 19. Jahrhundert jedoch dezentral organisiert, das heißt jeder Herrschaftskomplex hatte seine eigene Verwaltung. Die wichtigsten Registraturen und Archive befanden sich um 1800 in Schloss Arenberg und Schloss Schleiden in der Eifel, in Schloss Edingen bei Brüssel, im alten und neuen Palais Arenberg in Brüssel, in Schloss Heverlee bei Leuven, Kastell Raismes bei Valenciennes und im Kastell Chimay im Hennegau.

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Unter Herzog Leopold (1691-1754), der Brüssel zum zentralen Wohnsitz der Familie machte, begann der Aufbau einer Zentralverwaltung für den weit gestreuten Besitz im Palais Arenberg in Brüssel. Mit dem Verlust der linksrheinischen Besitzungen im Zuge der Französischen Revolution und der Bildung des neuen Herzogtums aus den "Ländern" Recklinghausen, Dülmen und Meppen trat 1806 neben die Zentralverwaltung in Brüssel, die nach kurzzeitiger Verlagerung nach Paris weiter bestand, eine neue arenbergische Verwaltung für die deutschen Besitzungen zunächst in Düsseldorf, ab 1812 in Recklinghausen, der die Verwaltungen in Meppen und in Schleiden (für die verbliebenen bzw. neu erworbenen rheinischen Besitzungen) nachgeordnet waren.

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Die Verwaltung der in verschiedenen Herrschafts- und Rechtsbereichen in über mehr als 600 Jahren erworbenen Herrschafts- und Besitztitel erforderte für die laufenden Geschäfte einen gesicherten und sachkundigen Rückgriff auf die in den Archiven vorhandenen Unterlagen. Spätestens 1729 ist für diese Aufgabe in Brüssel der Posten eines Archivars eingerichtet worden, der die für die laufenden Geschäfte relevanten historischen Unterlagen zusammenzutragen, zu ordnen und verfügbar zu machen hatte. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts blieb das Archiv aber "Secretum" des Hauses Arenberg. Erst Herzog Engelbert Maria (1872–1949) verstand die archivalische Überlieferung seines Hauses auch als bedeutende Dokumente der europäischen Geschichte von öffentlichem Interesse. Er vollzog 1902 die organisatorische Trennung von "historischem Archiv" und laufender Registratur, ernannte mit Edouard Laloire (1870-1953) einen ausgebildeten Archivar (er war seit 1895 Rijksarchivar am Algemeen Rijksarchief in Brüssel) zum Hausarchivar, beauftragte ihn mit einer Neuordnung des Archivs und ließ gleichzeitig einen eigenen Archivraum im Arenberg Palais in Brüssel bauen, um eine sachgerechte Unterbringung sowie eine Nutzung des Archivs durch die wissenschaftliche Forschung möglich zu machen. In den folgenden Jahren wurden die relevanten Archivalien aus den einzelnen Standorten in Brüssel zusammengeführt. 1909 war der Archivraum fertiggestellt und wurde 1910 Teilnehmern des Internationalen Archivtages präsentiert. Das hier entstehende arenbergische Zentralarchiv wurde aber schon nach wenigen Jahren im Zuge des Sequesters der arenbergischen Besitzungen durch den belgischen Staat nach dem Ende des 1. Weltkrieges wieder auseinander gerissen. Die archivalische Überlieferung des Hauses Arenberg ist aufgrund dessen heute nicht mehr an einem Standort "zu greifen", sondern auf verschiedenste Standorte verstreut. Der folgende Überblick stellt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – die Institutionen zusammen, in denen sich heute Teile des arenbergischen Archivs befinden, charakterisiert kurz den Inhalt der Bestände, den Erschließungsstand und die Zugänglichkeit.
Eine Zusammenstellung der wichtigsten Literatur zur Geschichte des Hauses Arenberg findet sich unter http://www.arenbergcenter.com/de/foundation/science/index.html

1. Die Überlieferung des "alten" Herzogtums Arenberg und der Zentralverwaltung

Edingen, Archiv- und Kulturzentrum Arenberg

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Den wichtigsten Teil des arenbergischen Hausarchivs im Palais Arenberg in Brüssel übergab Herzog Engelbert Maria (1872-1949) noch vor der Sequestrierung der arenbergischen Besitzungen durch den belgischen Staat 1918 dem Kapuzinerorden in Antwerpen. 1954 wurden die Archivalien in das Kapuzinerkloster in Edingen verbracht, wo sich seit dem 17. Jahrhundert die Grablege der Arenberger befindet. Bis 1997 haben die Kapuzinerpatres in Enghien dieses Archiv betreut, seit 1970 in Verbindung mit dem von der Familie Arenberg gestifteten "Studium Arenbergense". Nach Auflassung des Klosters 1998 gab der Orden das Archiv der Familie zurück, die daraufhin das "Studium Arenbergense" zu einem "Archiv- und Kulturzentrum Arenberg" (A.K.A) ausbaute. Neben dem Archiv betreut das A.K.A eine Arenberg Bibliothek, eine umfangreiche Fotothek und eine Sammlung von Kunstgegenständen, veröffentlicht Werke zur Geschichte und Kunstgeschichte, beteiligt sich an Ausstellungen, organisiert Vorträge und fördert mit seinem wissenschaftlichen Kuratorium und dem alle zwei Jahre vergebenen Arenbergpreis die Erforschung der arenbergischen und europäischen Geschichte.

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Das Archiv umfasst etwa 600 lfd. Meter aus der Zeit vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. Es handelt sich offenbar um die aus Sicht des Herzogs wichtigsten Stücke: die Familiensachen strictu senso, Archivalien der wichtigsten Besitzungen und Teile der Brüsseler Zentralregistratur, die für die laufende Geschäftsführung erforderlich waren. Die Tektonik des Archivs stammt noch von Laloire und ist heute eine nicht mehr klar durchschaubare Mischung aus Pertinenz- und Provenienzprinzip. Es gibt vier Hauptgruppen: 1. Inventare (Bronnen/sources); 2. Haus Arenberg (= die eigentlichen Familienpapiere: Biographie, "Burgerlijke stand", Erbschaftssachen, Testamente und so fort bis hin zu Korrespondenzen, Bildern und Siegelstempeln); 3. Domänen; 4. Allgemeine Verwaltung. Gedruckte Inventare gibt es bisher nur für die Archivalien der deutschen Besitzungen vor 1814 und die Musiksammlung.

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Das Inventar von Brommer et al. (1984) erschließt die Akten der deutschen Besitzungen aus der Zeit vor 1814, das heißt: Arenberg, Manderscheid, Virneburg, Kerpen, Kasselburg, Saffenburg, Fleringen, Gillenfeld, Kommern sowie die aus Recklinghausen und Meppen (siehe unten) übernommenen älteren Akten in unterschiedlicher Dichte und mit zum Teil ins 12. Jahrhundert zurückgreifenden Vorakten. Das sind circa 150 lfd. Meter (ungefähr ein Viertel des Gesamtbestandes). Nicht erfasst sind die sogenannten "Familiensachen" (darunter die umfangreichen Korrespondenzen), Akten der Brüsseler Zentralverwaltung und die Akten, die die belgischen und französischen Besitzungen betreffen sowie die Sonderbestände: Karten und Pläne, Fotographien. Zu diesen liegen mehr oder weniger detaillierte Einzelverzeichnisse auf Karteikarten sowie maschinenschriftlichen bzw. elektronischen Listen vor. Das Urkundeninventar von Renger/Mötsch (1997) erfasst lediglich die auf die deutschen Gebiete bezogenen Urkunden, allerdings nur bis 1600 und auch für diese Zeit noch nicht vollständig. Komplett erfasst und publiziert ist hingegen die umfangreiche Sammlung musikalischer Werke durch die Arbeiten von Cornaz.
Kontakt:
Rue de l 'Yser/IJzerstraat 8, B-7850 Enghien/Edingen, Tél./Fax : 0032-(0)2-395.91.41, E-mail: aca@skynet.be
http://www.arenbergfoundation.eu/de/foundation/archives/index.html
Inventare:
Inventar des herzoglich arenbergischen Archivs in Edingen/Enghien (Belgien). Teil 1: Akten und Amtsbücher der deutschen Besitzungen, bearb. von Peter Brommer, Wolf-Rüdiger Schleidgen, Theresia Zimmer, Koblenz 1984 (= Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz Band 36 = Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen. Reihe C: 16)
Inventar des herzoglich arenbergischen Archivs in Edingen/Enghien (Belgien), Teil 2. Die Urkunden der deutschen Besitzungen bis 1600, bearb. von Christian Renger, zum Druck gebracht von Johannes Mötsch, Düsseldorf 1997 (= Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz 75)
Marie Cornaz: Le fonds musical des archives de la famille d 'Arenberg à Enghien, in: Revue belge de musicologie 49 (1995), 129-210; dies.:Inventaire complet du fonds musical des archives de la famille d 'Arenberg à Enghien, in: Revue belge de musicologie 58 (2004), 81-202. Vgl. zur Nutzung dieser Sammlung auch ergänzend: http://www.arenbergfoundation.eu/de/foundation/science/music.html

Bruxelles, Archives Générales du Royaume, Fonds: Archives du palais d 'Arenberg

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1918 schenkte Herzog Engelbert Maria einen Teil der Archivalien, die sich im Arenberg Palais in Brüssel befanden, der Stadt Brüssel, die sie 1928 im Archives Générales du Royaume (AGR) in Brüssel deponierte. Dort wurden sie mit den Teilen der arenbergischen Registraturen verbunden, die sich noch im Palais Arenberg in Brüssel befunden hatten, als die arenbergischen Besitzungen 1919 vom belgischen Staat unter Sequester gestellt wurden. Den gesamten Bestand schenkte der Herzog 1935 dem AGR.

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Dieser Fonds "Archives du palais d 'Arenberg" ist (nach Aussage des zuständigen Archivars am AGR, Claude de Moreau- Gerbehaye) bei einem Bestand von rund 1.000 lfd. Metern mit das größte Adelsarchiv in den öffentlichen Archiven Belgiens. Der Bestand reicht zeitlich vom 13. bis zum 20. Jahrhundert und deckt den gesamten Bereich der arenbergischen Besitzungen und Tätigkeiten in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Luxemburg und Deutschland ab. De Moreau hat den Bestand 1999 beschrieben und einen Gesamtplan für die Erschließung vorgelegt und dabei auch die Notwendigkeit wie die besonderen Schwierigkeiten eines archivübergreifenden Gesamtinventars erläutert. Die Realisierung steckt aber noch in den Anfängen. De Moreau (2005) hat den die Herrschaft Aarschot betreffenden Teil verzeichnet. Das Inventar von Vanrie (2005) erschließt den gesamten Bestand an Karten, Plänen, Stichen, gedruckten Bildern und Fotographien, die aus lagerungstechnischen Gründen aus dem Fonds ausgegliedert und als eigene série formiert worden sind, insgesamt 3095 Nummern; ergänzt um die Stücke, die aus dem Fonds Arenberg ausgesondert in die allgemeine série Cartes et plans des AGR integriert worden sind: circa 450 Nummern. Die Auswahlinventare von Scufflaire (1957) und Maganao-Le Roy (1973) erfassen nur Betreffe zur Ballei Hennegau bzw. zur Herrschaft Enghien.

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Der überwiegende Teil des Fonds Arenberg in Brüssel ist nur handschriftlich auf Karteikarten, einige Teile noch gar nicht erschlossen. Der Bestand ist deshalb nur mit Unterstützung der Archivare vor Ort benutzbar; das gilt insbesondere für die hoch bedeutsamen Akten der arenbergischen Zentralverwaltung des 19. Jahrhunderts und die Akten der deutschen Besitzungen aus dieser Zeit.
Kontakt:
Archives générales du Royaume, Ruisbroekstraat, 2, B 1000 Brüssel
Tel: +32 (0)2/513.76.80
E-Mail: Archives.generales@arch.be
http://arch.arch.be
Inventare:
A. Scufflaire: Inventaire des archives du Grand Bailliage de Hainaut, Bruxelles 1957. - P. Magano-Le Roy: Inventaire des archives de la seigneurie d 'Enghien, Bruxelles 1973.
Inventaire des archives d 'Arenberg: Archives du palais d 'Arenberg à Bruxelles: Seigneuries-domaines Aarschot, Bierbeek, Heverlee et Rotselaar, par Claude de Moreau de Gerbehaye, Brüssel 1999/2005 (= Archives générales du royaume. Instruments de rechercher à tirage limité 277-278). Claude de Moreau de Gerbehaye: Het hertogdom Aarschot in het Arenbergarchief te Brussel. Brussel 2000
Archives du Palais d 'Arenberg à Bruxelles: Inventaire de la série des cartes, plans, tableaux et documents iconographiques, par André Vanrie, Brüssel 2005 (= Archives générales du royaume. Instruments de rechercher à tirage limité 580)

Leuven, Katholieke universiteit

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Das Archiv der arenbergischen Verwaltung im Herzogtums Aarschot, das sich in Schloss Heverlee befand, hat Herzog Engelbert Maria 1939 der Universität Löwen geschenkt. Es befindet sich heute als Bestand Arenbergarchief im Universitätsarchiv der Katholischen Universität Löwen. Es enthält die Unterlagen der arenbergischen Domänenverwaltung des Herzogtums Aarschot aus dem 16.-19. Jahrhundert, darunter als besonders wertvolle Stücke die Kartenbücher aus der Zeit um 1600. Der Aktenbestand ist nur summarisch erschlossen durch ein maschinenschriftliches Inventar; eine detailliertere Verzeichnung liegt vor für den Kartenbestand.
Kontakt:
Mgr. Ladeuzeplein 21, B-3000 Leuven , tel. +32 (0)16 3 24624 | fax +32 (0)16 324691
E-mail: Tabularium@bib.kuleuven.be, Archief@bib.kuleuven.be
http://bib.kuleuven.be/bibc/btab/archief/univ_archief.htm
Inventare:
Archief van het kastel van Arenberg te Heverlee. Beknopte inventaris met register, van M. de Fraine-Blondé en P. de Fraine, (maschr.) Katholieke universiteit te Leuven, Leuven 1962; B. Minnen: Inventaris van het archief van het Arenbergkasteel te Heverlee, Supplement (maschr.) Leuven 1984; B. Minnen: Het hertogdom Aarschot onder Karel van Croy (1595-1612): kadasters en gezichten. Brussel 1993. L. Janssens, Repertorium van handschrijftenlijke kaarten en plattegronden tot omstreeks 1855 bewaard op het Universiteitsarchief van de K.U. Leuven (Archief- en bibliotheekweezen in belgie. Extra nummers 37A), Leuven o.J. [erschließt ausschließlich Material des Arenbergarchivs].

Koblenz , Landeshauptarchiv

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Teile der Akten der Verwaltung des (alten) Herzogtums Arenberg, die über die französische Departementalverwaltung an den preußischen Staat gelangt sind, befinden sich heute im rheinland-pfälzischen Landeshauptarchiv: Bestand 19: Fürstentum Arenberg (125 Urkunden, 375 Akten, (970–1841); Bestand 19A: Gefürstete Grafschaft Arenberg (6 Urkunden 1455–1723, 152 Akten (1169–1839)
Kontakt:
Landeshauptarchiv Koblenz
Karmeliterstr. 1–3, 56068 Koblenz
Tel.: 0261/91290
E-mail: post@landeshauptarchiv-ko.de
Inventare:
Kein publiziertes Inventar, vgl. Beständeübersicht im Internet: http://www.archivdatenbank.lha-rlp.de
Rubrik > Bestände > Landeshauptarchiv Koblenz > A Die Zeit des Alten Reiches > A. 01

2. Die Überlieferung des "neuen" Herzogtums Arenberg

Osnabrück, Niedersächsisches Staatsarchiv

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Das Archiv des Herzogtums Arenberg-Meppen ist 1968 als Depositum im Staatsarchiv Osnabrück hinterlegt worden. Es enthält die Akten der arenbergischen Landes- und Domanialverwaltung ab 1803, das heißt Domanial, Lehens- und Regierungsakten sowie Akten der unteren und oberen Verwaltungsbehörden des Herzogtums mit Vorakten der Hof- und Lehenkammer des Bistums Münster ab 1407; dazu Teile der Oberbehörden zu Recklinghausen und der Brüsseler Zentralbehörden. Dieser ältere Teil wird ergänzt um die Überlieferung der 1928 gegründeten Arenberg-Meppen GmbH (zurzeit bis 1974).
Aufbau und Zusammensetzung des älteren Teils hat Theodor Penners 1959 ausführlich beschrieben. Die einzelnen Bestände sind über die 1978 gedruckte Beständeübersicht des Staatsarchivs Osnabrück und aktuell in der Online-Beständeübersicht zugänglich (Bestände Dep. 62b A - G, Dep. 62c, Rep. 250 Mep I, Rep 250 Mep II, Rep. 225.)
Kontakt:
Niedersächsisches Landesarchiv - Staatsarchiv Osnabrück
Schloßstr. 29, 49074 Osnabrück
Telefon: (0541) 33162-0
E-Mail: Osnabrueck@nla.niedersachsen.de
Inventare:
Theodor Penners: Das Herzoglich Arenbergische Archiv zu Meppen, in: Osnabrücker Mitteilungen 68 (1959), 1-53. Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Staatsarchivs in Osnabrück, hg. von Theodor Penners, Göttingen 1978 (= Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung 36)
http://www.staatsarchive.niedersachsen.de , dort unter "Recherche", "Beständeübersicht Osnabrück", "Online Findbücher" zum Stichwort "Arenberg" den Nachweis arenberger Betreffe in allen relevanten Beständen.

Recklinghausen, Stadt- und Vestisches Archiv

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Der Bestand "Herzoglich Arenbergisches Archiv" im Stadt- und Vestischen Archiv Recklinghausen enthält die Registraturen der arenbergischen Landesherrschaft im Vest Recklinghausen von 1803 bis 1810 sowie die der arenbergischen Domanialverwaltung, die nach 1812 auch zentrale Funktionen für die Verwaltung der deutschen Besitzungen hatte; dazu gehören auch Vorakten der kurkölnischen Verwaltung im Vest Recklinghausen und die Akten der im Vest säkularisierten geistlichen Institutionen. Dieser Teil ist 1924 von Herzog Engelbert Maria der Stadt Recklinghausen geschenkt worden. 1956 wurden weitere Teile von der Arenberg-Recklinghausen Grundbesitzverwaltung GmbH abgegeben (bis circa 1930), danach erfolgten bis in die Gegenwart kontinuierliche Abgaben. Insgesamt umfasst der Bestand rund rund 200 lfd. Meter Akten und 1218 Urkunden. Der ältere Bestand (bis circa 1930) ist von Werner Burghardt 1962 ausführlich beschrieben worden; für die jüngeren Akzessionen gibt es nur knappe Bestandslisten im Internet.
Kontakt:
Stadt- und Vestisches Archiv Recklinghausen
Hohenzollernstr. 12, 45659 Recklinghausen
Telefon: 02361-501902
E-Mail: stadtarchiv-recklinghausen@t-online.de
Inventare:
Theodor Penner: Die arenbergischen Archive in Recklinghausen und Osnabrück, in: Die Arenberger Geschichte einer europäischen Dynastie, Band 2: Die Arenberger in Westfalen und im Emsland, hg. von Franz-Josef Heyen und Hans Joachim Behr, Koblenz 1990 (= Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz. Reihe Arenberg), 275-278.
Werner Burghardt: Bestandsübersicht des "Herzoglich Arenbergischen Archivs" im Vestischen Archiv Recklinghausen, in: Vestisches Jahrbuch 64 (1962), 115-134
http://www.archive.nrw.de/Kommunalarchive/KommunalarchiveQ-T/R/Recklinghausen/index.html ; dort unter "Beständeübersicht, Behörden und Einrichtungen, Herzoglich Arenbergisches Archiv: 12 Bestände 1204-1989. Online-Findbücher gibt es noch nicht.

Dülmen, Herzog von Croy 'sche Verwaltung

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Während der nur von 1806-1810 bestehenden arenbergischen Landeshoheit in der "Grafschaft" Dülmen ist dort keine eigene Verwaltung aufgebaut, sondern der bestehende Apparat der herzoglich Croyschen Verwaltung zunächst einem arenbergischen Kommissar, dann im November 1806 der arenbergischen Verwaltung in Recklinghausen unterstellt worden. Akten des Dülmener Landrentmeisters Mersmann die Landeshoheit des Herzogs von Arenberg in Dülmen 1806-1810 betreffend befinden sich im Archiv Croy auf Haus Dülmen.
Kontakt:
Herzog von Croy 'sche Verwaltung
Schlosspark 1, 48249 Dülmen
Inventare:
Ein publiziertes Inventar existiert nicht. Ein maschinenschriftliches Findbuch ist einsehbar beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL-Archivamt für Westfalen, Jahnstr. 26, 48147 Münster: Archiv von Croy-Dülmen, Findbuch Dül S. 3-9
http://www.archive.nrw.de > Weitere Archive > Privatarchive > Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V. > Bestände > Beständeübersicht > Adelsarchive > C.Dül - Dülmen, Herzog von Croy 'sches Archiv

Münster, Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen

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Im Bestand Herzogtum Arenberg Recklinghausen befinden sich Teile der Akten der arenbergischen Verwaltung des (neuen) Herzogtums Arenberg, die mit dem Sequester der arenbergischen Güter 1813-1814 an den preußischen Staat gelangt sind: Regierung, Allgemeine Verwaltung, Justiz-, Finanz-, Steuer-, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturverwaltung, 1078 Akten (58 Kartons)
(1520) 1768-1821
Kontakt:
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Bohlweg 2, 48147 Münster
Telefon: 0251/4885-0
E-Mail: westfalen@lav.nrw.de
Inventare:
Kein publiziertes Inventar; vgl. die Beständeübersicht des Archivs unter
http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW Rubrik: > Abteilung Westfalen > Bestände > Beständeübersicht > 2. Behörden der Übergangszeit > 2.2.1 Herzogtum Arenberg.
Über die Suchfunktion der Online-Beständeübersicht lassen sich zahlreiche weitere arenbergische Betreffe in anderen Beständen ermitteln.

3. Die Überlieferung in Frankreich, Italien, Österreich und Böhmen

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Über die arenbergische Hausüberlieferung, die sich im Besitz einzelner Familienmitglieder oder Familienzweige befand, sowie über das Schriftgut zu den Besitzungen in Frankreich, Italien, Österreich und Böhmen ist bisher nur wenig bekannt.
In den Archives nationales, Paris, befinden sich die von der Revolutionsregierung in Paris 1794 beschlagnahmten Unterlagen der Herzogin Luise Margaretha de la Marck († 1820), Ehefrau des Herzogs Karl Maria Raymond († 1778) die französischen Besitzungen und Familienunterlagen betreffend (Archives nationales, Série T Séquestres révolutionnaires vol. 159,1; 159,9; 159,17; 362; vgl. Jacques Descheemaeker: Histoire de la maison d 'Arenberg d 'après les archives francaises, Selbstverlag, Neuilly 1969, 247f., 590).
In den Archives municipales in Douai (45, rue de l 'Université, F-59500 Douai, Tél.: 03 27 93 58 47; http://www.ville-douai.fr ) sollen sich weitere Teile der Archivalien des französischen Zweiges der Familie befinden, im Kastell Arlay in Arras die Archivalien der Domäne Escaillon, die 1476-1755 in arenbergischem Besitz war.
Umfangreiche Bestände des 19. Jahrhunderts zu den arenbergischen Besitzungen in Österreich, Böhmen und Mähren aus der Nebenlinie des Ernst von Arenberg (1777-1857) befinden sich in Tschechien in den Archiven in Prag, Krumau, Kromeriz und Zitenice sowie im Landesarchiv Graz. Publizierte Inventare gibt es dazu nicht. Eine Übersicht bietet P. Neu: Die Arenberger und das Arenberger Land, Bd. 4, Koblenz 2001, 7f. und 10f.

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Bei allen bisher genannten Beständen handelt es sich um die - nach unserem Kenntnisstand wichtigsten - Teile des arenbergischen "Hausarchivs", also der aus der Tätigkeit der arenbergischen Verwaltung und Familienmitglieder erwachsenen Dokumente und der ihnen im Zuge des Besitzerwerbs aus den Vorgängerprovenienzen zugewachsenen Stücke. Damit ist die archivalische Überlieferung zur Geschichte der Arenberger aber selbstverständlich nicht erschöpft. Ihre weitreichenden Beziehungen und ihre Tätigkeit in höchsten Ämtern haben ihren Niederschlag in den Archiven der Herrschaftsträger ebenso gefunden wie in zahllosen Familienarchiven. Vor allem zu nennen sind hier die Nationalarchive in Wien, Paris, Salamanca, Den Haag, das Archiv der Stiftung preußischer Kulturbesitz, die Staatsarchive in Koblenz, Düsseldorf und Münster, die Reichsarchive in den Niederlanden und Belgien ebenso wie die Departementalarchive in Nordfrankreich. Welche Mengen an ergänzender Überlieferung hier zu erwarten sind, zeigt das 1996 publizierte Inventar der Quellen zur Geschichte der Herzöge von Arenberg im Österreichischen Staatsarchiv in Wien, das immerhin trotz knappster Aktentitelaufnahmen 580 Seiten umfasst: Inventar der Quellen zur Geschichte der Herzöge von Arenberg im Österreichischen Staatsarchiv Wien bearb. von Eva-Katharin Ledel, Koblenz 1996, XVLIII u. 628 S. (= Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz 69).

Autor

Dr. Wolf-Rüdiger Schleidgen
Mitglied des Vorstandes der Arenbergstiftung
Wolf-Ruediger.Schleidgen@stk.nrw.de

Empfohlene Zitierweise:

Wolf-Rüdiger Schleidgen : Arenberg. Die archivalische Überlieferung , in: zeitenblicke 9, Nr. 1, [10.06.2010], URL: http://www.zeitenblicke.de/2010/1/schleidgen/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-24352

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