DiPP NRW
zeitenblicke
Direkt zum Inhalt
Sektionen

 

Abstract:

Die Präsenz Frankreichs am Immerwährenden Reichstag in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist bislang kaum monographisch erforscht worden. Ausgangspunkt der Beschäftigung ist daher immer noch die Studie Bertrand Auerbachs von 1912. In der Mitte des 18. Jahrhunderts blickte die französische Diplomatie auf eine rund hundertjährige Tradition der Präsenz an den Reichstagen bzw. am Immerwährenden Reichstag zurück. Mit der 'diplomatischen Revolution' begann die letzte Phase französischer Reichspolitik im Ancien Régime. Auch der Reichstag wurde in den 'Generationswechsel' unter den französischen Diplomaten einbezogen, der um 1750 einsetzte und zum Abtreten der letzten, noch zur Zeit Ludwigs XIV. 'sozialisierten' Diplomaten führte. Voraussetzung für eine Karriere im 'diplomatischen Dienst' wurde nach 1756 nicht zuletzt die Nähe zu den Außenministern. So residierten u.a. mehrere ehemalige Sekretäre Außenminister Choiseuls in Regensburg. Der Marquis de Bombelles, in Regensburg 1775 bis 1787, hat ein Tagebuch hinterlassen, das Einblicke in das Gesandtenleben in der Spätphase des Reiches ermöglicht. Die wichtigste Aufgabe der Gesandten bestand besonders nach 1756 darin, vor allem die protestantischen Reichsstände davon zu überzeugen, dass die Allianz mit Österreich keine Gefahr für ihre Freiheit darstellte. Nach 1763 wurde es am Reichstag ruhiger, aber dennoch haben die französischen Gesandten ihren Beitrag zum "maintien de la paix en Allemagne" geleistet.

Zum Stand der Forschung

<1>

Die französische Geschichtsschreibung hat sich schon früh für den Immerwährenden Reichstag interessiert. Parallel zu seiner Edition der Instruktionen der Reichstagsgesandten hat Bertrand Auerbach 1912 eine Studie über La France et le Saint-Empire romain germanique vorgelegt, in der er die Geschichte der Reichstagsgesandtschaften von 1653 bis 1792 nachzeichnet. Seine Darstellung ist ganz aus den Korrespondenzen der Gesandten gearbeitet, vom Ansatz her ist sie auf eine Rekonstruktion der Ereignisgeschichte ausgerichtet. [1]

<2>

Seitdem hat die Erforschung der französisch-deutschen und insbesondere der französisch-"reichischen" Beziehungen erhebliche Fortschritte gemacht. Einen Schwerpunkt bildete das 17. Jahrhundert, für das mit der Studie Klaus Malettkes – um nur eine von zahlreichen Arbeiten zu nennen – seit einigen Jahren ein grundlegender Überblick vorliegt, die Darstellung Auerbachs ersetzt. Studien, die neuere Tendenzen in der Erforschung des Reichstags für die französische Reichstagsgesandtschaft aufgreifen, fehlen noch. [2] Darüber hinaus ist im Gegensatz zum 17. das 18. Jahrhundert bei der Erforschung der deutsch-französischen Beziehungen eher stiefkindlich behandelt worden. Max Braubachs zahlreiche Studien vor allem zur ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die in seinem Standardwerk über die Vorgeschichte des Renversement des alliances gipfeln, haben keine Nachfolger gefunden. [3] Der Siebenjährige Krieg ist sowohl von der französischen als auch von der deutschen Geschichtsschreibung seit Braubach weitgehend vernachlässigt worden, sieht man von Studien ab, die sich ganz auf den österreichisch-preußischen Gegensatz konzentrieren. [4]

<3>

Auch in den beiden einzigen neueren Monographien zur französischen Deutschlandpolitik zwischen 1756 und 1789, von Eckhard Buddruss und mir, spielt die französische Präsenz am Reichstag eine vergleichsweise geringe Rolle. Beide haben die Korrespondenzen der Reichstagsgesandten Frankreichs herangezogen, ihre Auswertung floss weitgehend in die Darstellung mit ein. [5]

<4>

So muss man auch weiterhin auf eine Studie warten, die nach dem Modell von Ernst Schütz die französische Präsenz am Reichstag monographisch aufarbeitet und dabei umfassend sowohl die Ebene der politischen Entscheidungsprozesse als auch kultur- und sozialgeschichtliche Aspekte frühneuzeitlicher Diplomatie berücksichtigt. [6] Angesichts der Fülle des Materials im Archiv des französischen Außenministeriums sowie in weiteren Archiven und Bibliotheken erscheint eine solch umfassende Monographie wohl eher unrealistisch. Es bietet sich stattdessen an, die gesamte Epoche zwischen Westfälischem Frieden und Französischer Revolution aufzuteilen, indem man sich an den politischen Zäsuren orientiert. Drei "Phasen" französischer Präsenz am Reichstag bieten sich arbeitstechnisch gleichsam "natürlich" an: 1648-1715 (die Epoche Ludwigs XIV.), 1715-1756 (die Regentschaft und die erste Periode der eigentlichen Regierung Ludwigs XV. bis zur "diplomatischen Revolution") und schließlich 1756-1789. Letztere Phase wird nun näher in den Blick genommen. Im Zentrum der Überlegungen stehen zwei Problemkreise, die im Hinblick auf eine umfassende Erhellung der französischen Präsenz und Wahrnehmung des Reichstages zu berücksichtigen sind:
1. Die Reichstagsgesandten, also ein eher "akteurszentrierter Zugriff"
2. Die Grundlinien bzw. Konstanten der französischen Reichspolitik nach 1756.

Französische Diplomaten am Reichstag 1756-1789

<5>

Unlängst haben Hillard von Thiessen und Christian Windler eine "akteurszentrierte" Wende in der Erforschung der Außenpolitik oder der Außenbeziehungen eingefordert. [7] Auch wenn er mit der vollkommenen Nichtberücksichtigung von Inhalten und Entscheidungsprozessen in außenpolitischen Kontexten über das Ziel hinausschießt, sollte die von von Thiessen und anderen Angehörigen der Schule um Wolfgang Reinhard vorangetriebene Forschung zu frühneuzeitlichen Patronage- und Klientelsystemen dennoch nicht übergangen werden.

<6>

Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts bietet sich für diese Herangehensweise an, gerade auch um zu prüfen, ob in dieser Zeit eine stärkere Professionalisierung von Staatsdienern einsetzte, zu denen ja auch die Diplomaten zählen. Am Beispiel der französischen Reichstagsgesandten können zentrale Fragen der Netzwerkanalyse untersucht werden: So zum Beispiel die Bedeutung von Patronage und Verwandtschaft bei der Berufung in Relation zu möglicher fachlicher Qualifikation. Oder anders formuliert: Wer verhalf den französischen Gesandten am Reichstag eigentlich zu ihren Posten? Welche Rolle spielte die fachliche Qualifikation? Welche Bedeutung hatte die Beziehung der Gesandten zu den jeweiligen Staatssekretären für die auswärtigen Angelegenheiten in Versailles? Der Terminus "Gesandte" kann hier nicht nur die Leiter der jeweiligen Delegation meinen, sondern sollte darüber hinaus auch die Mitarbeiter, vor allem die Gesandtschaftssekretäre, umfassen, die vielfach ihre "Chefs" während ihrer Abwesenheit vertraten oder sich, wie der Gesandtschaftssekretär Christian Friedrich Pfeffel, als besondere Kenner der komplizierten Materie des Reichsrechts auszeichneten. [8]

<7>

Die fundamentale Zäsur, die die französisch-österreichische Allianz für die Reichspolitik bedeutete, leitete auch einen Generationswechsel unter den Gesandten im Reich bzw. am Reichstag ein. Mathurin Rodolphe Abbé Le Maire, seit Juni 1754 ministre am Reichstag und langjähriger Sekretär des Deutschlandspezialisten Théodore Chevignard de Chavigny, kam nicht mit diesem Kurswechsel zurecht. Da er auch weiterhin mit dem preußischen Gesandten am Reichstag, Plotho, kooperierte (auch nach Ausbruch des Siebenjährigen Krieges), rief man ihn zum Jahreswechsel ab. [9]

<8>

Sein Nachfolger Louis-Eléonor Mackau hatte keinerlei Erfahrung und Qualifikation als Diplomat – außer der Tatsache, Elsässer und Angehöriger des Rates der Stadt Straßburg zu sein. Er konnte aber auf die Unterstützung des Kriegsministers d'Argenson zählen. Außenminister Rouillé war sich der geringen Qualifikation Mackaus bewusst, musste aber feststellen, dass es wenig qualifizierte Kandidaten für diese Stelle gebe. [10]

<9>

Mackau blieb für die gesamte Dauer des Krieges auf seinem Posten in Regensburg (von einem längerem "Urlaub" einmal abgesehen) und ließ sich 1763 abberufen. Sein Nachfolger Louis-Gabriel Du Buat könnte als ein "Karrierediplomat" und Reichsspezialist bezeichnet werden. Er war als Angehöriger der Reichstagsgesandtschaft Folards 1749 ins Reich gelangt und hatte ihm während des Krieges als Gesandtschaftssekretär in München gedient. Dort war er auch Mitglied der neugegründeten Akademie der Wissenschaften geworden. Du Buat hatte sich einen Namen als Übersetzer und Autor von Werken zur Geschichte des Reiches gemacht. Er blieb bis 1772 in Regensburg. Von seinen beiden Nachfolgern, Henri de Bulkeley [11] und Marc-Marie de Bombelles, verdient nur letzterer mehr Beachtung.

<10>

Wie schon Mackau stammte Bombelles aus dem deutsch-französischen Grenzraum und kannte das Reich bereits, bevor er nach Regensburg ging. Geboren 1744 als Sohn des Festungskommandanten von Bitche, trat Bombelles mit 13 Jahren einer Musketierkompanie bei und sammelte noch als Jugendlicher Erfahrungen im Siebenjährigen Krieg. Obwohl er sich während des Krieges ausgezeichnet hatte und sich in der Armee durchaus Perspektiven eröffneten, quittierte er 1767 den Militärdienst, um sich dem Baron von Breteuil als Gesandtschaftssekretär anzuschließen. Mit Breteuil blieb er von nun an verbunden. Breteuil hatte beste Kontakte zum Hof und vor allem zu Ludwig XV., der ihn in den secret du roi eingeführt hatte. [12] Doch der Sturz Choiseuls hatte seine Karriere stocken lassen: Ursprünglich designierter Botschafter am Wiener Hof, musste sich Breteuil mit dem Hof von Neapel begnügen, wohin ihn Bombelles begleitete. Vor der Abreise stimmte Ludwig XV. zu, Bombelles in den secret einzuweihen. [13] Bombelles verfügte somit bei seiner Ernennung als Nachfolger Bulkeleys 1775 über große Erfahrung als Gesandter. Darüber hinaus hatte Breteuil ihn für ein Jahr an Schöpflins Akademie nach Straßburg zur Ausbildung geschickt. [14] In Regensburg widmete er sich darüber hinaus intensiv dem Studium der Reichsverfassung. [15] Mit Breteuil, der mittlerweile doch Botschafter in Wien geworden war, hielt er weiterhin Kontakt. Indem er die Tochter seines Vorgängers Mackau heiratete, gelang es ihm, in den näheren Umkreis des Hofes zu gelangen, da seine Schwiegermutter sous-gouvernante Madame Elisabeths, der jüngsten Schwester Ludwigs XVI., war. [16] Angemerkt sollte noch werden, dass sich Bombelles umfangreicher Nachlass weitgehend vollständig erhalten hat und, soweit ich sehe, bislang nur kursorisch ausgewertet wurde. Neben seinen offiziellen Korrespondenzen, die im Archiv des Außenministeriums überliefert sind, ist von seinen Papieren insbesondere sein Journal hervorzuheben, das – leider – nur auszugsweise ediert vorliegt. Wenngleich es erst 1780 einsetzt, ermöglicht es doch Einblicke in das Leben eines Gesandten am Reichstag.

<11>

Auch Bombelles Nachfolger, Laurent Bérenger, muss als Protegé Breteuils betrachtet werden. Bérenger, bürgerlicher Herkunft, hatte ihm als Sekretär auf seiner Station in Russland gedient und wurde in den Folgejahren immer wieder als chargé d'affaires eingesetzt, wenn Vakanzen zu überbrücken waren. [17] Bérenger traf Anfang Oktober 1787 in Regensburg ein und blieb dort über den Ausbruch der Revolution hinaus bis zum Ende des Jahres 1791. [18]

<12>

Für Bombelles gilt, wie auch für seinen Protektor Breteuil, dem er während der Revolution und im Exil verbunden blieb, dass die Verwendung im Alten Reich eine Form der Ausbildung war. Beide waren Offiziere, die aus dem aktiven Dienst in die Diplomatie wechselten, wobei die Motive dafür unklar sind. Dass im Moment des Ausbruchs des Bayerischen Erbfolgekrieges zwei äußerst gut vernetzte Gesandte an Schlüsselpositionen der europäischen Diplomatie akkreditiert waren, sollte bei der Bewertung der französischen Reichspolitik der 1770er Jahre nicht unberücksichtigt bleiben. [19]

<13>

Professionalisiert im Sinne einer speziellen Ausbildung, auf eine bestimmte Funktion hin, kann man die Auswahl der französischen Gesandten am Reichstag in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sicher nicht nennen. Dennoch kann man festhalten, dass eine Form des Zwanges zur Selbst- bzw. Weiterbildung bestand. Protektion und Klientelbeziehungen spielten aber noch immer eine große Rolle.

<14>

Die Zäsur liegt dabei in der Mitte der 1750er Jahre. Mit dem Beginn des Siebenjährigen Krieges trat die Generation derjenigen Diplomaten ab, die noch in den letzten Jahrzehnten der Regierung Ludwigs XIV. ihre politische Ausbildung erhalten hatten. Die zu Beginn des Siebenjährigen Krieges berufenen Gesandten verdankten ihre Ernennung nicht nur den "Architekten" der neuen französischen Außenpolitik, sie vertraten sie auch in ganz Europa. Breteuil, einer der jungen Diplomaten, deren Karriere 1756 begann, scheint eine Schlüsselperson für die Besetzung von Posten nach 1763 geworden zu sein, nicht zuletzt dank seiner Zuverlässigkeit im Hinblick auf die politische Linie seit 1756.

Die "diplomatische Revolution" und die französische Reichspolitik

<15>

Jede Auseinandersetzung mit der französischen Reichspolitik nach 1756 muss mit der "Diplomatischen Revolution" des Jahres 1756 beginnen. Die Allianz mit Österreich stellt eine fundamentale Zäsur der französischen Reichspolitik dar, die sich zuvor rund 200 Jahre lang durch eine antikaiserliche und antihabsburgische Stoßrichtung ausgezeichnet hatte. Frankreichs Ziel sei immer die Wahrung der deutschen Libertät gewesen und im Westfälischen Frieden sei es gelungen (so zu lesen noch 1754 in der Instruktion für den Gesandten Le Maire), "d'établir […] un frein à l'ambition autrichienne, qu'elle ne pourra jamais briser tant que l'Empire sera uni à la France." [20]

<16>

Doch liegen, anders als in der Literatur noch oft suggeriert wird, die Ursachen der seit dem späten 19. Jahrhundert im Anschluss an Richard Waddington als "Umsturz der Bündnisse" (renversement des alliances) bezeichneten Neuordnung der Bündnissysteme des europäischen Staatensystems nicht im Reich, sondern in Amerika. [21] Die englisch-französische Konkurrenz um Einfluss in Nordamerika und um die Kontrolle maritimer Handelswege verwandelte sich seit 1754 schrittweise von einem kalten in einen heißen Krieg und zwang die Kabinette in London und Versailles, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Rückwirkungen der Kolonialkonflikt auf Europa haben würde. Beiderseits des Ärmelkanals entschied man sich für eine Strategie der Neutralisierung des Kontinents. Ein europäischer und zugleich ein Kolonialkrieg, wie zuvor im Österreichischen Erbfolgekrieg, sollten vermieden werden. [22] Diese Zielrichtung stieß auf die österreichisch-preußische Rivalität im Reich. Preußen ging es um eine Absicherung des Status quo von 1748 gegen Österreich, und Russland betrachtete den "Emporkömmling" an der Ostgrenze des Reiches als Bedrohung eigener Interessen. In Wien war man vor allem an der Wiedergewinnung Schlesiens interessiert. Seit 1749 entwarf der maßgebende Außenpolitiker, Kaunitz, Pläne, wie man eine Wiedergewinnung Schlesiens gestalten könne und "schreckte" auch nicht vor der Idee zurück, dieses Ziel im Bündnis mit Frankreich zu erreichen. [23] Dies war ein grundsätzlicher Widerspruch, den es zu lösen galt.

<17>

Auf Einzelheiten will ich hier nicht eingehen, sondern nur auf die Ergebnisse blicken. Als im Mai 1756 die "diplomatische Revolution" vollendet war, hatte sie für die Neutralisierung des Kontinentes und insbesondere des Reiches gesorgt. "Revolutionsgewinner" war Frankreich, das beinahe die gesamte Kanalküste kontrollierte und alle Energien in die maritime Kriegführung stecken konnte – die Eroberung von Menorca im Sommer 1756 steht am Beginn einer Reihe von Erfolgen gegen die britische Seemacht.

<18>

Es wird jedoch oft übersehen, dass der Vertrag von Versailles nicht nur ein Defensivvertrag war, sondern dass er zugleich auch die Festschreibung des Status quo im Reich einschloss: "Le Traité de Westphalie de 1648, et tous les Traités de paix et d'amitié, qui depuis cette époque ont été conclus et subsistent entre Leurs dites Majestés, et en particulier la Convention, ou Acte de Neutralité signé aujourd'hui, sont renouvelés et confirmés par le présent traité, dans la meilleure forme, et comme s'ils étoient inférés ici mot à mot".  [24]

<19>

Ein französisch-österreichischer Angriff auf Preußen hätte somit gegen den Vertrag verstoßen. Man sollte den Hinweis auf die Verträge von 1648 nicht leichtfertig als sinnentleerten Brauch in europäischen Friedensverträgen bewerten. Auch nach 1756 bildeten die Verträge von Münster und Osnabrück die Grundlage der französischen Reichspolitik. [25] Versailles war tatsächlich an der Erhaltung des Reiches auf der Basis der (vielfach modifizierten) Friedensordnung von 1648 interessiert. Nur hatte sich mittlerweile die Stoßrichtung verändert. Nicht mehr so sehr von Österreich, als vielmehr von Preußen sah man die Reichsverfassung bedroht. [26]

<20>

So ist die "diplomatische Revolution" als eine konservative Modifizierung französischer Reichspolitik zu charakterisieren, die der Friedenssicherung dienen sollte. Im Zentrum dieser Reichspolitik stand die Garantenfunktion, die Frankreich seit 1648 innehatte. Dies wird deutlich in einer Weisung von Außenminister Rouillé an den Gesandten Abbé Le Maire in Regensburg:

<21>

"Mais comme le Roi par son union avec la cour de Vienne ne prétend pas de préjudicier aux droits précieux qu'il a de veiller au maintien des loix et constitutions de l'Empire, en qualité de garant des traités de Westphalie, vous rassurerez les États catholiques et protestans sur les faux bruits que les princes mal intentionnés ont taché d'accréditer prétendant que le traité de Versailles avoit pour objet de concourir à établir le despotisme de la cour de Vienne dans l'Empire, et d'élever la religion catholique sur le débris de la protestante". [27]

<22>

Den Vorwurf, es handele sich um ein konfessionelles, gegen die Protestanten gerichtetes Bündnis wies man unter Hinweis auf den Westfälischen Frieden als Leitmotiv der Allianz zurück. Im Übrigen, so heißt es beispielsweise in der Instruktion für Mackau, sei Friedrich der Große als Verteidiger des Protestantismus nicht gerade glaubwürdig: Er selbst bekenne freimütig, keine Religion zu haben und plündere darüber hinaus Sachsen, "le berceau de la religion protestante", hemmungslos aus. [28]

<23>

Auch nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges hielt man in Versailles an der 1756 ausgegebenen Marschroute fest. Ausgangspunkt der Reichspolitik seien der Westfälische Frieden und die darin Frankreich zugesprochene Funktion eines Garanten der Reichsverfassung, hieß es in der Instruktion des Comte de Bulkeley, die weitgehend wörtlich auch Bombelles vorgelegt wurde. [29] Konkrete Verhandlungsaufträge erhielten die Gesandten nicht, wohl aber wurden sie auf bestimmte Komplexe hingewiesen, die am Reichstag zur Verhandlung kommen könnten, wie etwa die Visitationen des Reichskammergerichts. [30]

<24>

Konkret bedeutete dies, dass Frankreich im Reich von nun an eine Politik des Ausgleichs verfolgte. Anstatt wie in den Jahrzehnten zuvor jede antikaiserliche Politik zu unterstützen, war jetzt das Fingerspitzengefühl der Gesandten gefordert. [31] Sie hatten rechtzeitig zu erkennen und einzuschreiten, wenn seitens des Kaisers Initiativen ergriffen wurden, die gegen die Reichsverfassung verstoßen könnten. [32] Umgekehrt war man nicht mehr gezwungen, antikaiserliche Manöver, nicht zuletzt seitens Preußens, ohne weiteres zu unterstützen. Dies bedeutete für Frankreich zudem eine Entlastung, denn so konnte man die finanzielle Unterstützung der antikaiserlichen Opposition deutlich zurückschrauben. [33] Ziel französischer Reichspolitik war die Wahrung einer Balance of Power innerhalb des Reiches, wobei Frankreich sich als derjenige verstand, der die Balance von außerhalb überwachte und nur bei Bedarf eingriff. Du Buat, Resident am Reichstag nach 1763, resümierte dies in folgender Überlegung:

<25>

"Mais comme il importe au Roi et à sa Couronne de tenir la balance entre les deux plus grandes puissances de l'Allemagne, et que, pour le bien de ses peuples, il veut la tenir sans se mettre dans la nécessité d'avoir recours aux armes, la conservation et l'accroissement de son influence en Allemagne sont le moyen le plus sûr et le plus innocent que sa prudence lui ait suggéré pour atteindre ce but." [34]

<26>

Wichtig sei es, das Vertrauen der Stände zu gewinnen, die sich niemals auf die Seite Wiens schlagen würden. Der Weg zu ihnen und damit zur Balance bestehe, versicherte Du Buat, nicht in der Verteilung von Subsidien, sondern in der Betonung eines gemeinsamen Interesses. Dies sei die Furcht vor der Unterdrückung – entweder gewaltsam und brutal durch Preußen, oder langsam und schrittweise durch den Kaiser. [35] Und daher werde es nicht schaden, wenn sich Frankreich ab und zu einmal gegen den Kaiserhof stelle, denn auf diese Weise sichere man sich das Vertrauen der Stände, die sonst eine "Dritte Partei" bilden könnten. [36]

<27>

Diese Einsicht überdauerte den Regierungswechsel von Ludwig XV. zu seinem Enkel und Nachfolger. Als der Bayerische Erbfolgekrieg ausbrach, war der Moment gekommen, sich gegen den Kaiserhof zu stellen. Auf die Einzelheiten muss nicht eingegangen werden. [37] Die entscheidenden Verhandlungen führte Breteuil in Wien. Aufgabe Bombelles in Regensburg blieb die regelmäßige Wiederholung der französischen Maxime, dass Ludwig XVI. alles für den Erhalt des Friedens und der Reichsverfassung tun werde. [38]

<28>

Wie beurteilten nun die Reichstagsgesandten ihre Aufgaben? In der Praxis (für die Dauer des Siebenjährigen Krieges, aber auch darüber hinaus) bedeuteten diese Maximen für die Gesandten am Reichstag einen Drahtseilakt. Mackau hielt eine "juste balance" zwischen kaiserlichen und ständischen Rechten für unmöglich. Er sah die Gefahr, dass Frankreich von den beiden Seiten ausgespielt werden könnte: "La conduite circonspecte que je suis obligé de tenir dans ces occasions me rend un être mitoyen qui ne peut se flatter de l'entière confiance d'aucun de deux partis. Je sais que les ministres catholiques sont tous dévoués à la cour impériale et pas un à la France, dans les protestants il n'y a que ceux de la Saxe et de Suède à qui je puisse faire quelques ouvertures sans craindre que le parti prussien et hanovrien n'en soit informé sur le champ". [39]

<29>

Mackaus Nachfolger Bombelles, der rund zehn Jahre nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges nach Regensburg kam, sah sich vor ein ähnliches Problem gestellt. Nach fünf Jahren am Reichstag und nach dem überstandenen Bayerischen Erbfolgekrieg stellte er einen erheblichen Bedeutungsverlust des Reichstags als politisches Zentrum fest. Er führte dies nicht zuletzt auf die politische Konstellation des österreichisch-preußischen Dualismus zurück. Angesichts der Machtlosigkeit der kleineren Reichsstände habe der Unterhalt einer Reichstagsgesandtschaft nur noch formalen Charakter. [40] Entsprechend regierte für Bombelles in den Sitzungsperioden nur noch die Langeweile: "L'ennuie, enchaîné sous le poids de leurs maussades dignités, reprend tous ses droits lorsqu'ils [die Reichstagsgesandten, S.E.] reparaissent. Les jours de galas, d'assemblées vont se multiplier; il faudra m'arracher au charme de ma retraite […] pour remplir ma tâche". [41]

Ausblick: Perspektiven der Erforschung der französischen Reichstagsgesandtschaften nach 1756

<30>

Abschließend sollen einige mögliche Forschungsperspektiven skizziert werden. Das größte Potenzial für weitere Forschungen liegt meines Erachtens in umfassenden, kulturhistorischen Studien über die Reichstagsgesandtschaften, die Fragen nach der Vernetzung der Gesandten in der französischen Diplomatie, nach ihrem Leben in Regensburg, nach ihrer "Ausbildung" und nach dem Stellenwert ihrer Regensburger Mission in ihrer Karriere als Diener der Monarchie behandeln – um nur einige Problemkomplexe zu nennen. Mit dem nur teiledierten Journal und dem Nachlass von Bombelles – vieles, von dem, was er über den Reichstag festhielt, ist nicht in die Edition aufgenommen worden – steht reichhaltiges Material bereit. Zu wichtigen neuen Erkenntnissen könnte so etwa auch eine Gesandtenbiographie beitragen, die weit über die Reichstagsgesandtschaft hinausreicht und politische Verflechtungen innerhalb der französischen Regierung am Vorabend der Revolution (und darüber hinaus) erhellt.

<31>

Aber auch die inhaltliche Ebene sollte nicht vernachlässigt werden. Eine sorgfältige Sichtung der Berichte könnte helfen, das allzu pauschale Urteil vom "Scherbenhaufen" (Eckhard Buddruss) französischer Reichspolitik am Ende des Ancien Régime zu differenzieren, wenn nicht zu korrigieren. Das Alte Reich hat von 1763 bis 1792 in tiefem Frieden gelebt, der vom Bayerischen Erbfolgekrieg nicht wesentlich gestört wurde. In diesen Jahrzehnten entstanden Meisterwerke der Kunst – ich kann nicht umhin, an dieser Stelle auf Mozart zu verweisen. Die französischen Außenminister und Gesandten haben nie aufgehört, den Wunsch Frankreichs nach dem "maintien de la paix en Allemagne" zu wiederholen. [42] Dieser blieb erhalten, bis die Revolution zu einem Kurswechsel der französischen Reichspolitik führte. Ist dies ein "Scherbenhaufen"? [43]

Autor:

Prof. Dr. Sven Externbrink
Zentrum für Europäische Geschichts-
und Kulturwissenschaften (ZEGK)
Historisches Seminar
Grabengasse 3-5
D-69117 Heidelberg
sven.externbrink@zegk.uni-heidelberg.de



[1] Bertrand Auerbach: La France et le Saint Empire Romain germanique depuis la paix de Westphalie jusqu'à la Révolution française (= Bibliothèque de l'École des Hautes Études 196), Paris 1912; Recueil des Instructions données aux ambassadeurs et ministres de France depuis les traités de Westphalie jusqu'à la Révolution française, Bd. 18: Diète Germanique, Paris 1912.

[2] Klaus Malettke: Les Relations entre la France et le Saint-Empire au XVIIe siècle (= Bibliothèque d'histoire moderne et contemporaine 5), Paris 2001; Susanne Friedrich: Drehscheibe Regensburg. Das Informations- und Kommunikationssystem des Immerwährenden Reichstags um 1700 (= Colloquia Augustana 23), Berlin 2007.

[3] Aus dem umfangreichen Œuvre Braubachs seien nur erwähnt: Max Braubach: Versailles und Wien von Ludwig XIV. bis Kaunitz. Die Vorstadien der diplomatischen Revolution im 18. Jahrhundert (= Bonner Historische Forschungen 2), Bonn 1952; Ders.: Diplomatie und geistiges Leben im 17. und 18. Jahrhundert. Gesammelte Abhandlungen (= Bonner Historische Forschungen 33), Bonn 1969. Vgl. auch Guido Braun: Von der politischen zur kulturellen Hegemonie Frankreichs 1648-1789 (= Deutsch-Französische Geschichte 4), Darmstadt 2008, 69f.

[4] Hier sind vor allem Arbeiten aus der Feder von Johannes Kunisch und seinen Schülern zu nennen, zum Beispiel: Thomas Lindner: Die Peripetie des Siebenjährigen Krieges. Der Herbstfeldzug 1760 in Sachsen und der Winterfeldzug in Hessen (= Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte 2), Berlin 1993; Silvia Mazura: Die preußische und österreichische Kriegspropaganda im Ersten und Zweiten Schlesischen Krieg (= Historische Forschungen 58), Berlin 1996. Eine Ausnahme bildet: Lothar Schilling: Kaunitz und das Renversement des alliances. Studien zur außenpolitischen Konzeption Wenzel Antons von Kaunitz (= Historische Forschungen 50), Berlin 1994; vgl. zum Forschungsstand Sven Externbrink: Einleitung, in: Ders. (Hg.): Der Siebenjährige Krieg (1756-1763). Ein europäischer Weltkrieg im Zeitalter der Aufklärung, Berlin 2011, 9-26.

[5] Eckhard Buddruss: Die französische Deutschlandpolitik 1756-1789 (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Abteilung Universalgeschichte 157), Mainz 1995; Sven Externbrink: Friedrich der Große, Maria Theresia und das Alte Reich. Deutschlandbild und Diplomatie Frankreichs im Siebenjährigen Krieg, Berlin 2006.

[6] Ernst Schütz: Die Gesandtschaft Großbritanniens am Immerwährenden Reichstag zu Regensburg und am kur(pfalz-)bayerischen Hof zu München 1683-1806 (= Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte 154), München 2007, jetzt Heinrich Rubner: Die französische Gesandtschaft am Regensburger Reichstag (1663-1702), in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 147 (2007), 165-204.

[7] Vgl. Hillard von Thiessen / Christian Windler (Hg.): Akteure der Außenbeziehungen. Netzwerke und Interkulturalität im historischen Wandel (= Externa 1), Köln / Wien / Weimar 2010; Hillard von Thiessen: Diplomatie und Patronage. Die spanisch-römischen Beziehungen 1605-1621 in akteurszentrierter Perspektive (= Frühneuzeit-Forschungen 16), Epfendorf 2010.

[8] Pfeffel könnte auch Gegenstand einer eigenen Monographie sein. Vgl. über ihn Ludwig Bergsträßer: Christian Friedrich Pfeffels politische Tätigkeit in französischem Dienste 1758-1784 (= Heidelberger Abhandlungen zur mittleren und neueren Geschichte 16), Heidelberg 1906.

[9] Externbrink: Friedrich der Große (wie Anm. 5), 110.

[10] Auerbach: La France et le Saint Empire (wie Anm. 1), 355.

[11] Bulkeley, Sohn eines Jakobiten und Berufssoldat wie schon sein Vater, trat, ohne Erfahrung in diplomatischen Missionen, seinen Posten im Sommer 1772 an und bat bereits 1775 wieder um seine Abberufung, die ihm auch gewährt wurde. Vgl. Auerbach: La France et le Saint Empire (wie Anm. 1), 391-394.

[12] Über Breteuil siehe die biographische Notiz bei Externbrink: Friedrich der Große (wie Anm. 5), 375f.; Munro Price: The Fall of the French Monarchy. Louis XVI, Marie Antoinette and the Baron de Breteuil, London / Basingstoke 2002; René Marie Rampelberg: Le Ministre de la Maison du Roi 1783-1788: Baron de Breteuil (= Collection études juridiques, Série histoire du droit), Paris 1975.

[13] Charles-François Comte de Broglie: Correspondance secrète avec Louis XV, hg. von Michel Antoine / Didier Ozanam, 2 Bde., hier: Band 2, Paris 1961, 326, 332, 389f.

[14] Von der Qualität der Straßburger Kurse zeigte sich Bombelles nicht sehr überzeugt: "J'étais dans le secret de ce genre de travail [gemeint sind die "cours de droit public" in Straßburg, S.E.], qui consistait à entendre pendant une heure par jour un petit professeur, confus dans ses idées et auquel l'érudition la plus rebutante tenait lieu de bon sens." Marquis de Bombelles: Journal, hg. von Jean Grassion / Frans Durif, Genf 1977, Bd. 1, 56.

[15] Auerbach: La France et le Saint Empire (wie Anm. 1), 397.

[16] Bombelles: Journal (wie Anm. 14), Bd. 1, 14f.

[17] Auerbach: La France et le Saint Empire (wie Anm. 1), 421-423.

[18] Auerbach: La France et le Saint Empire (wie Anm. 1), 427-447.

[19] Bombelles gewaltiger Nachlass ist bislang nur teilweise ausgewertet worden. Vgl. Price: The Fall of the French Monarchy (wie Anm. 12), XVI-XVIII; Bombelles: Journal (wie Anm. 14), Bd. 1, 29f.

[20] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 223.

[21] Weitgehend ausgeklammert bleibt der Kolonialkonflikt bei Buddruss: Französische Deutschlandpolitik (wie Anm. 5). Zu den globalen Ursprüngen des Krieges jetzt: Fred Anderson: Crucible of War. The Seven Years' War and the Fate of Empire in British North America 1754-1766, New York 2000; Daniel Baugh: The Global Seven Years War, 1754-1763. Britain and France in a Great Power Contest (= Modern wars in perspective), Harlow 2011.

[22] Vgl. die Instruktion Mackaus in: Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 243: "[...] le Roi depuis le commencement de son règne, n'a eu autre système politique que le maintien de la tranquillité générale, la protection des ses alliés et la conservation des liaisons d'amitié qui sont depuis si longtemps établies entre la France et l'Empire. Conformément à ces principes, le Roi, dès les premières hostilités des Anglais contre les Français dans l'Amérique Septentrionale, forma le dessein de se borner à sa propre défense contre eux, afin de conserver, autant qu'il lui serait possible, tous les avantages de la paix à l'Europe en général et en particulier à l'Empire." Für die englische Seite Brendan Simms: Three Victories and a Defeat. The Rise and Fall of the first British Empire, 1714-1783, London 2007, 387-421.

[23] Ausführlich: Schilling: Kaunitz (wie Anm. 4).

[24] Clive Parry (Hg.): The Consolidated Treaty Series, 226 Bde., New York 1969-1986, hier: Bd. 40, 339.

[25] Vgl. die Bemerkung Rouillés an den französischen Vertreter in der Schweiz, Chavigny, zuvor langjähriger Gesandter am Reichstag: "Il est de l'intérêt du Roy de maintenir les loix et constitutions de l'Empire, ainsi que les Traittés de Westphalie qui en font le rempart le plus solide, et c'est dans cet esprit que nous les avons pour base du Traitté de Versailles". Rouillé an Chavigny, 6. August 1756, Archives du Ministère des Affaires étrangères, Paris (= AMAE), Correspondance Politique, Allemagne 587, fol. 219r-220r, hier: fol. 219r-v.

[26] Umfassend: Externbrink: Friedrich der Große (wie Anm. 5).

[27] Rouillé an Le Maire, 8. Oktober 1756, AMAE, Correspondance Politique, Allemagne 588, fol. 53r-54r, hier: fol. 53r. Vgl. auch die Instruktion Mackaus. Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 249f.

[28] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 251.

[29] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 297.

[30] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 352-356.

[31] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 256: "Pour tout dire en un mot, le Sr baron de Mackau doit d'une main sûre et impartiale tenir la balance égale entre l'Empereur et l'Empire, entre les catholiques et les protestants, veiller sans cesse au maintien de l'ordre parmi eux et s'attirer la confiance des uns et des autres."

[32] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 256: "[...] s'il arrivait contre toute attente que la Cour Impériale fît quelque démarche qui fût évidemment contraire aux lois et constitutions de l'Empire, non seulement il s'abstiendra de les seconder, mail il emploiera les conseils les plus amiables pour tâcher de les en détourner, et il en donnera avis sur-le-champ au ministre des Affaires Etrangères."

[33] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 279f.: "Les subsides, qui ont souvent fait des amis inutiles en temps de paix et des ingrats dans les temps de trouble, sont celui de ces moyens qui répugne le plus au tendre amour que le Roi a pour ses peuples. Sa Majesté est d'ailleurs persuadée que ce moyen ne doit être employé que subsidiairement, et qu'il ne l'est avec succès que quand un intérêt essentiel et vivement senti est le nœud principal d'une alliance."

[34] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 278f.

[35] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 280: "La crainte d'une double oppression, l'une subite et violente, l'autre systématique et preparée de longue main, peut former cet intérêt commun qui se subdivise en mille manières et prend mille formes différentes."

[36] Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 280: "Ce sera donc pour le bien de la Cour de Vienne que Sa Majesté se trouvera quelques fois en opposition avec la Cour Impériale."

[37] Siehe Buddruss: Französische Deutschlandpolitik (wie Anm. 5), 211-260; Karl Otmar von Aretin: Das Alte Reich 1648-1806, 3 Bde., Stuttgart 1993-1997, hier: Bd. 3, 183-212.

[38] Vergennes an Bombelles, Versailles, 19. April 1778, AMAE, Correspondance Politique, Allemagne 649, fol. 119r-120r, hier: fol. 120r: "[...] bornez vous a manifester comme vous l'avez fait, les vœux du Roi pour le maintien de la paix et du constitution de l'Empire."

[39] AMAE, Correspondance Politique, Allemagne 615, fol. 27r-v; vgl. Externbrink: Friedrich der Große (wie Anm. 5), 83f.

[40] Bombelles: Journal (wie Anm. 14), Bd. 1, 47: "Anciennement l'assemblée de la Diète était composé de ce que les Cours d'Allemagne pouvaient envoyer le mieux parmi les ministres de leur conseil. Des objets importants, décisifs, s'y traitaient et le résultat de ces décisions, influant sur le système de l'Europe, dédommageait de la pedanterie qui a toujours régné dans le ton de ces représentants. Mais aujourd'hui que deux puissances principales balancent entre elles le sort d'Allemagne, les princes inférieurs qui tiennent à l'un ou à l'autre parti ont conçu une telle idée de l'impuissance des volontés qu'ils voudraient se permettre, qu'ils croient devoir entretenir, plus pour la forme que pour leur avantage réel, un ministre dont le choix et les talents deviennent, moyennant cela, fort indifférent au maître qui le députe et qui l'oublie souvent à Ratisbonne."

[41] Bombelles: Journal (wie Anm. 14), Bd. 1, 48.

[42] AMAE, Correspondance Politique, Allemagne 649, fol. 83r.

[43] In der Wahrnehmung des Ministeriums sah man den eigenen Einfluss im Reich durchaus noch. In der Instruktion für Bérenger 1787 heißt es: "On a déjà remarqué en passant que, malgré l'interruption de la confiance, les États de l'Empire avaient pris une meilleure opinion des sentiments de la France. Ils ont en effet toujours senti que la France par sa position, par sa puissance et par son propre intérêt, était la seule protectrice de la liberté germanique." Recueil des Instructions, Diète Germanique (wie Anm. 1), 364.

Empfohlene Zitierweise:

Sven Externbrink : Nach der "diplomatischen Revolution". Funktion und Aufgaben der französischen Reichstagsgesandtschaft , in: zeitenblicke 11, Nr. 2, [30.01.2013], URL: http://www.zeitenblicke.de/2012/2/Externbrink/index_html, URN: urn:nbn:de:0009-9-35591

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse. Zum Zitieren einzelner Passagen nutzen Sie bitte die angegebene Absatznummerierung.

Lizenz

Jedermann darf dieses Werk unter den Bedingungen der Digital Peer Publishing Lizenz elektronisch über­mitteln und zum Download bereit­stellen. Der Lizenztext ist im Internet abrufbar unter der Adresse http://www.dipp.nrw.de/lizenzen/dppl/dppl/DPPL_v2_de_06-2004.html